Von Bern ward Vesper-Triangel

An jedem Donnerstag um 20.15 Uhr sieht man in Tübingen das gleiche Bild: Das Auditorium Maximum ist überfüllt; auf den Treppen, in den Fenstern sitzen Studenten und Gäste aus der Stadt, aus den Nachbarstädten; Gymnasiasten, Buchhändler, Verleger, Lehrer, Leser.

An der Tafel steht: "Übertragung in den Hörsaal X." Auch der ist besetzt.

Ein Mann erscheint unter der Tür, noch jung, hoch von Wuchs, schmal, sieht sich um, dankt für lauten Beifall. Unmöglich, bei dem Gedränge aufs Podium zu kommen – mit einem Sprung setzt er über die Absperrung, geht zum Pult. Es wird still. Der Vortrag beginnt.

Es ist ein Vortrag, keine "Vor-Lesung". Formulierungen werden erst im Auf- und Abgehen

Chlodwig Poth:

Aller Voraussicht nach ...