Das Wichtigste für den guten Stil ist, daß der Mensch etwas zu sagen habe, o damit kommt man weit! Schopenhauer

Münchner Festspiele 1961

Mit Mozarts seit ungefähr 1780 vergessener Oper "Thamos, König in Ägypten" (Leitung Joseph Keilberth) werden am 13. August die Münchner Festspiele beginnen, die bis zum 9. September dauern. Auf dem Programm stehen einige Neuinszenierungen und Wiederholungen von Werken Mozarts, Richard Strauß’, Wagners, Dittersdorfs und Henzes. George London und Lisa della Casa sind die bekanntesten Opernstars dieser Festspiele; Erika Köth und Hermann Prey geben Liederabende, außerdem spielen die Bamberger Symphoniker in einem Orchesterkonzert, der italienische Dirigent Vittorio Gui wird ein Festkonzert dirigieren, und zwei Serenaden werden im Brunnenhof der Residenz veranstaltet.

Auszeichnung in Paris

Die Westberliner Städtische Oper erhielt in Paris auf dem fünften Festival "Theater der Nationen" den Großen Preis für ihre Aufführung von Schönbergs "Moses und Aron".

Laßt ihn spielen

Die Direktion des Wiener Burgtheaters hat den österreichischen Schriftsteller und Historiker Friedrich Heer als Nachfolger von Friedrich Schreyvogl zum Chefdramaturgen berufen. Heer, 45 Jahre alt, ist seit 1949 Privatdozent für Geistesgeschichte des Abendlandes an der Universität Wien. Als Wissenschaftler von Rang hat er sich mit "Aufgang Europas" und "Die Tragödie des Heiligen Reiches" ausgewiesen. Er ist außerdem Redakteur, vor allem Theaterkritiker bei der österreichischen Wochenschrift Die Furche. Beim vorjährigen Dramaturgenkongreß meinte Heer mit Bezug auf die Frage, ob man in Österreich Brecht spielen solle (man geht ihm dort mit viel System aus dem Wege): "Laßt den Menschen Theater spielen" in Freiheit und künstlerischer Verantwortung! Es wäre ein treffliches Motto.