Deutsche Vermögen in USA

Ich war vom Jahre 1930 bis zum Kriegsausbruch Angesteller einer amerikanischen Reederei in New York und als Far Eastern Representative in China, Japan etc. tätig. Meine Gehaltsersparnisse lief) ich auf meinem Konto bei meiner Firma in New York stehen, da ich nicht beabsichtigte, diese nach Hitler-Deutschland einzubringen.

Während des Krieges wurde meine amerikanische Firma gezwungen, diese Ersparnisse in Höhe von ca. 6800,– USA-Dollar an den Cusfodian for Enemy Property zu übergeben. Diese Gelder wurden dann ja bekanntlich vom Justiz-Ministerium verwaltet.

Ich habe mit diesen offiziellen Stellen in den ganzen Jahren viel korrespondiert. Mein Claim bekam eine Laufnummer, aber selbst die Intervention meiner amerikanischen Firma zwecks Freigabe hatte keinen Erfolg, da ich Nicht-Jude bin, aber deutscher Staatsangehöriger.

Ich las in Ihrer Zeitung dann den interessanten Artikel Ihres Mitarbeiters Walter Gong. Wir kleinen Leute sind demnach das Opfer für die Grofj-Ansprüche gewisser deutscher Industrien geworden, die "alles oder nichts" sagten. Ich hörte auch aus der amerikanischen Presse, daß sich die deutsche Nachkriegsregierung verpflichtet hatte, seine Bürger für diesen Verlust zu entschädigen. – Meine Frage ist nun: Wie steht es zur Zeit mit dieser Regelung durch die deutsche Regierung? – Wo kann ich meinen Anspruch geltend machen?

Ich lese in den Zeitungen in letzter Zeit viel über Lastenausgleich usw. – Falle ich auch darunter? – Ich bin heute 66 Jahre alt, wie lange muß ich noch warten, um der deutschen Regierung meinen Anspruch zu unterbreiten? Gibt es überhaupt schon eine Bei hörde, die sich mit diesem Problem beschäftigt?

W. Mascher, Hamburg