Die Buderus’schen Eisenwerke, Wetzlar, gehören nicht zu den Unternehmen, die durch den Wind der Nachkriegskonjunktur in eine wilde Expansion getrieben würden. Man hat sich vielmehr in Wetzlar viel Mühe geben müssen, um mit den Pfunden, die auch dieses Unternehmen von Hause aus besitzt, zu wuchern. Dabei ist es gelungen, die hervorragende Stellung, die Buderus seit Beginn der Industrialisierung in der deutschen Wirtschaft einnimmt, zu wahren und auszubauen.

Die Grundlage des Unternehmens ist der Eisenguß. Er ist heute ein Produktionszweig, in dessen klassische Anwendungsgebiete andere Stoffe, wie Stahl, Zement, Kunststoffe, immer mehr eindringen. Buderus hat diese Entwicklung rechtzeitig vorausgesehen und deshalb einen Konzern geschaffen, der vom Bergbau über Stahlwerke, Gießereien, Blechwerke, Fahrzeug-, Maschinen- und Kesselbau, Präzisionsguß, Asbest, Betonerzeugung bis zur Kunststoffverarbeitung reicht.

Während die Gießereifertigwaren dem Gewicht nach in den letzten fünf Jahren ihren Umsatz nicht einmal um 10 vH erhöhen konnten, zeigen Kalksteine, Zement und Betonwaren sehr viel größere Umsatzsteigerungen. Das abgelaufene Jahr 1960 entwickelte sich bei den einzelnen Erzeugnissen unterschiedlich. Alles, was mit dem Bau zusammenhängt, hatte gute Geschäftserfolge. Das gilt von gußeisernen Druckrohren und Formstücken genauso wie von Guß- und Stahlradiatoren. Dabei ist die Expansion auf der Stahlbearbeitungseite mit 33 vH gegenüber 1959 wesentlich stärker als bei den Gußerzeugnissen.

Buderus gelang es im vergangenen Jahr erstmalig, den Umsatz auf über 400 Mill. DM, d. h. um 13 vH zu steigern. Aber auch die Kosten sind in die Höhe gegangen. Es muß deshalb weiter rationalisiert und investiert werden. Seit der Währungsreform haben Buderus und die 100prozentigen Tochtergesellschaften 144 Mill. DM investiert; 110 Mill. DM wurden davon durch Abschreibungen verdient. Für den Gesamtkonzern ergibt sich eine Investitionssumme von 360 Mill. DM, von denen 240 Mill. durch Abschreibungen finanziert werden.

Das Jahr 1960 brachte gute Gewinne. Die Verwaltung schlägt vor, auf das durch den Umtausch von Wandelobligationen um 0,63 Mill. DM erhöhte Grundkapital von 32,78 Mill. DM eine Dividende von 12 vH – gegenüber 10 vH im Vorjahr – zu zahlen. W. R.