Feuilleton

Akademiker olympischen Zuschnitts

7~) ie Zeichnung umfaßt sieben Achtel von dem, was die Malerei ausmacht, hat Ingres gesagt — ein Satz, der auf seine Schüler gemünzt war und der bestimmt nicht auf die Malerei im allgemeinen, aber unbedingt auf sein eigenes Schaffen zutrifft.

+ Weitere Artikel anzeigen

DIE ZEIT

Abstimmung mit den Füßen

Jenes Wort, daß die Flucht eine „Abstimmung mit den Füßen“ sei, stammt von Lenin – aus der Zeit, da er „mit den Füßen“ gegen den Zaren gestimmt hätte und in der Schweiz lebte.

Kirchentag 1961

Als sich die evangelischen Christen aus Ost und West 1951 zum 3. Kirchentag in Berlin trafen, saßen der Präsident der Volkskammer Johannes Dieckmann und der Bundestagspräsident Ehlers friedlich nebeneinander! Staatspräsident Pieck war zur Eröffnung gekommen; der Ostberliner Bürgermeister Ebert und der stellvertretende Ministerpräsident Nuschke nahmen teil – und das zwei Jahre nach der Luftbrücke! „Wir sind doch Brüder“ hieß das Motto damals.

Stark werden – für Verhandlungen

Kennedys Berlin-Politik ist zögernd. Er macht es im Augenblick niemandem recht. Die Befürworter militärischer Maßnahmen meinen, er sollte den nationalen Notstand erklären und die eine Million Reservisten zu den Waffen rufen, die er ohne vorherige Zustimmung des Kongresses mobilisieren kann – er zögert.

Burgibas Coup

Am Vorabend der neuen französischen Verhandlungen mit dem FLN hat Tunesiens Staatspräsident Habib Burgiba eine Kraftprobe mit Frankreich heraufbeschworen.

Das Recht des Südtiroler Stammes

Im Etschtal krachen keine Bomben mehr; der Verkehr wird wieder ungehindert vor sich gehen; die Spuren der Zerstörung werden beseitigt.

Wahlkampf ohne Glacéhandschuhe

In der Westfalenhalle zu Dortmund wurde kein Pardon gegeben: nach dieser Großkundgebung der CDU/CSU weiß man, daß der Wahlkampf 1961 hart und rücksichtslos sein wird, auch in der Außenpolitik.

Zeitspiegel

Anleihen in Höhe von 257 Millionen Dollar hat Kuba seit Castros Revolution erhalten – alle aus Ländern des Ostblocks (allein 100 Millionen von der Sowjetunion und 70 Millionen von China).

Europa stimmt die Instrumente

Als Abschluß der Konferenz der sechs Regierungschefs der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft in Bad Godesberg hatte man einen Europa-Tusch erwartet.

Hinter seinem Lächeln: Unnachgiebigkeit

Die „Iljuschin 18“ zog eine Schleife am blauen Genfer Himmel. Dann setzte sie zur Landung an. Als der bullige, kleine Mann, der seinen altmodischen Filzhut tief in die Stirn gezogen hatte, auf der Gangway erschien, klatschten nur die Russen, die zu seinem Empfang erschienen waren.

Wie sie die Wähler werben

Der Bundestagswahlkampf wird diesmal noch mehr als 1957 von amerikanischen Vorbildern beeinflußt. Man treibt demoskopische. Untersuchungen, zieht Werbeinstitute zu Rate und nutzt die modernsten Reklamemittel aus.

Mater et magistra

Der von Gott losgetrennte Mensch wird unmenschlich ... Der grundlegende Irrtum der modernen Zeit besteht darin, das religiöse Bedürfnis als Ausdruck der Phantasie zu betrachten oder als zufälliges Produkt, das als anachronistisches Element und als Hindernis für den Fortschritt zu überwinden sei.

Neid an der Dollar-Kasse

Der Besuch des pakistanischen Staatschefs Ayub Khan in Washington hat eine sehr unfreundliche indopakistanische Pressekampagne ausgelöst, deren Tenor auf beiden Seiten an jene Jahre gehässiger Bruderfehde erinnert, die man seit geraumer Zeit überwunden wähnte.

Aktion „Tramper“

„... and then we got a lift!“ erzählte der junge Engländer. In der Anhaltersprache heißt dies: „Und dann nahm uns jemand mit!“ Der junge Engländer freilich war von diesem „lift“ gar nicht begeistert: Er war empört.

Hamburg: Die Filmkulisse der Königsburg

Das Taschenbuch „Christliche Religionen“ in der Enzyklopädie des Wissens der Fischer Bücherei gibt unter dem Stichwort JEHOVAS ZEUGEN Auskunft über diese Sekte, die etwa 80 000 ihrer Angehörigen vom 18.

Das manipulierte Leben

Aus dem Tierforschungsinstitut der Universität Cambridge kommt eine bemerkenswerte Nachricht: Englischen Biologen ist es gelungen, befruchtete Eier aus dem Leib eines Mutterschafes in die Gebärmutter eines Kaninchens zu verpflanzen.

Erfindungen

Eine neue Methode zur Erkennung des Magenkrebses hat man im Minnesota Hospital in Minneapolis entwickelt. Der Patient erhält eine Injektion mit radioaktivem Phosphor.

Plaudertaschen des Ozeans

Mit leichtem Unbehagen lasen wir in der „New York Times“, daß der schnabelköpfige Delphin, der playboy des Ozeans, über einen Verstand verfügt, der dem des Menschen ebenbürtig, wenn nicht gar überlegen ist.

Richtung Zukunft

Merkwürdig,daß in einer Zeit, da die Streuung des volkswirtschaftlichen Reichtums allüberall verlangt wird, noch nie der Ruf nach einer gerechteren Verteilung des Reichtums an Kunstwerken erhoben worden ist! Es sind seit dem Ende des Zweiten ten Weltkrieges allein in Europa bereits über achtzig neue Städte gegründet worden.

ZEIT-Zünder

Nicht die chemischen Bestandteile des Rauchs, sondern dessen Ionisation sei für die Krebsentstehung verantwortlich, meint der amerikanische Physiker Kingdon.

Die Idee der Universität

Die Universität ist an den Staat gebunden, aber nicht in jedem Staat sind Universitäten möglich. Da die Universität Bezeugung der Freiheit durch Wahrheit ist, kann nur ein Staat, der selber Freiheit und daher Wahrheit will und auf sie sich gründet, auch die Universität wollen.

Was ist ein Intellektueller?

In keinem Lande der Welt wird dem akademi-. schen Doktorgrad soviel Wert zugemessen wie in Deutschland (die Ordinarien unserer Universitäten, die sich nicht retten können vor Doktoranden-Anwärtern, wissen ein Lied davon zu singen); aber in keinem Lande der Welt ist „Intellektueller“ (seit Dr.

Arme Humbert Humberts

Gestern sah ich in einem italienischen Film zwei Männer reiferen Alters – der eine Architekt, der andere Anwalt von Beruf, am Abgrund der Verzweiflung stehen.

Der Spiegel aus Tinte

Die Geschichte weiß, daß der grausamste unter den Gouverneuren des Sudan Yakub der Leidende war, der sein Land an die Ruchlosigkeit der ägyptischen Steuereintreiber auslieferte und in einer Kammer seines Palastes starb, am vierzehnten Tag des Barmajat-Mondes im Jahr 1842.

Spielt mich oft, spielt mich groß

Kürzlich tauchten in Australien dreißig bisher unbekannte Briefe von Richard Strauß auf, geschrieben in den Jahren 1927 bis 1949 an eine inzwischen verstorbene, „früher im internationalen Opernleben prominente Persönlichkeit“ – den Namen will der Erbe noch nicht verraten haben.

Stimmen zum „Gotteslästerungs“-Paragraphen

Aber da gibt es Denker, die wähnen, des Absoluten in Normen und Institutionen habhaft geworden zu sein; „Theologen“, die menschgemachte, durch Weltkriege gerichtete Ordnungen als gottgewollt ausgeben .

Fallengelassen

Die Bundesregierung hat den 12. September zum nationalen Feiertag erklärt. An diesem Tage wurde 1949 Professor Theodor Heuss vom Parlament zum ersten Präsidenten der deutschen Bundesrepublik gewählt.

Germanistik in England

Mit William Rose starb ein großer Streiter für das Ansehen der deutschen Literatur an den englischen Universitäten

Kleiner Kunstkalender

Anlaß für die Ausstellung ist das zehnjährige Bestehen des Osteuropa-Instituts an der Freien Universität Berlin. Die Bilder kommen aus dem Ikonenmuseum in Recklinghausen, aus den Beständen der Berliner Museen und aus Privatbesitz.

Mein Bild

Ein Kunstfreund kann leichter sein Lieblingsbild nennen als der Kunsthistoriker von Profession, der es nicht gewohnt ist, subjektiv bedingte Eindrücke vor anderen und vor sich selbst zu verantworten.

Zeitmosaik

Aufrichtige und völlige Hingabe ist eine Tugend vor allen Tugenden. Kein Werk von Belang kann ohne sie zustande kommen. Und wie bedeutend ein Geschäft auch ist und wenig im Ansehn, doch ist’s mit Hingabe getan förderlicher, als Messe lesen oder hören.

Jazz – mit Noten

Man spürt sehr bald, wohin der Verfasser zielt: mitten in die Schar derer, für die sich ihre Umwelt Bezeichnungen wie Halbstarke, Teens und Twens ausgedacht hat, „Heranwachsende“ also und Jugendliche, denen eben dieselbe Umwelt besonders innige Beziehungen zu lauter Musik, zu artistischer Tanzmusik und zum Jazz nachsagt.

Neue Liszt-Biographie

Das laufende Jahr bietet den Verehrern des Künstlers und Menschen Franz Liszt zwei besondere Gedenkanlässe: Am 31. Juli ist sein 75.

Rosa Wölkchen um ein Standbild

Ein Xenion Karl Immermanns, gerichtet gegen den Literaturhistoriker Franz Horn, der in den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts eine „Geschichte und Kritik der Poesie und Beredsamkeit der Deutschen von Luthers Zeit bis zur Gegenwart“ veröffentlicht hatte.

Zu empfehlen

„Knaurs Aquarien- und Terrarienbuch“ – Das Haus- und Handbuch der Vivaristik, von Dieter Vogt und Heinz Wermuth; Droemersche Verlagsanstalt Th.

Ärztekongreß auf dem Wasser

Die Kunst, Arbeit mit Erholung und Spaß zu verbinden, haben 484 Wissenschaftler, meist Ärzte, im November 1960 auf einer Kongreß-Kreuzfahrt im Mittelmeer auf die Spitze getrieben.

Aus den Bädern

Innerhalb des Reit- und Fahrturniers, das das Staatsbad Oeynhausen nach jahrzehntelanger Unterbrechung am 29./30. Juli wieder veranstaltet, soll auch ein Versehrtenreiten stattfinden.

Notizen für Reisende

Die schwedischen Hotelzüge, die schon seit längerem zu einem „Urlaub auf Schienen“ einladen, sind nun nicht einmal mehr an einen Fahrplan oder an eine festgelegte Strecke gebunden.

Reisespiegel

Saphire und Rubine verspricht ein finnischer Nachrichtendienst. Man könne in Finnisch-Lappland nicht nur Rentiere und Seen zum Angeln finden, sondern sogar Edelsteine, die „in Lappland seit Jahrtausenden herumliegen“.

Und der Haifisch, der hat Zähne...

Bademeister und Rettungsschwimmer der südafrikanischen Strandbäder setzen jetzt große Hoffnungen auf ein Gerät, das die Haifische vom strandnahen Wasser fernhalten und ihren Schutzbefohlenen ungetrübte Badefreuden verschaffen soll.

+ Weitere Artikel anzeigen