Die Landwirtschaftliche Rentenbank ist das Spitzeninstitut des Agrarkredites. Ihr sind zwei wichtige Funktionen zugefallen. Sie versorgt im Rahmen der agrarpolitischen Zielsetzung die deutsche Landwirtschaft mit langfristigen Krediten, und sie ist weiterhin Konsortialführerin für die Finanzierung der Vorratsstellen für Getreide, Fette und Fleisch. Auch diese Maßnahme liegt im Interesse der Landwirtschaft.

Die Vorratsstellen verwalten nicht nur die nationale Ernährungsreserve, vor allem die für Berlin, sondern sorgen auch durch Interventionen am Markt für einen Ausgleich der natürlichen Saisonschwankungen. Soweit die Vorratsstelle, vor allem die für Getreide, die Ernteauf nimmt und im Verlauf des Jahres wieder abgibt, erfolgt die Finanzierung durch Wechsel, für die die Bundesbank eine Refinanzierungszusage gibt. Das war von jeher so und verläuft ohne jegliche Schwierigkeiten. Die Bundesbank steht auf dem Standpunkt, daß die darüber hinausgehende Vorratshaltung durch, den Fiskus finanziert werden muß, weil es sich hier um ein politisches und nicht wirtschaftlich bedingtes Geschäft handelt. Mit dieser Auffassung hat sich die Bundesbank durchgesetzt; der Bundesfinanzminister hat entsprechende Kassenbeträge der Rentenbank zur Verfügung gestellt. Ihre Bilanz zeigt daher einige Änderungen in ihrer Struktur. Sie sind als ein Akt der Normalisierung, und damit der Verbesserung, zu werten.

Der Schwerpunkt der geschäftlichen Tätigkeit der Landwirtschaftlichen Rentenbank liegt beim langfristigen Agrarkredit. Die Mittel, die aus dem ERP-Vermögen und dem Grünen Plan für die Landwirtschaft zur Verfügung, gestellt werden, laufen zu einem guten Teil durch die Rentenbank. Diese nutzt darüber hinaus ihren Emissionskredit zur Aufstockung der langfristigen Mittel. Insgesamt sind heute von der Landwirtschaftlichen Rentenbank 891 Mill. DM an langfristigen Darlehen aufgenommen; der Betrag der von ihr emittierten und in Umlauf befindlichen Schuldverschreibungen beträgt 386 Mill. DM.

Die Herauslegung der Kredite erfolgt im Rahmen der agrarpolitischen Zielsetzung. Landeskulturkredite, Siedlungskredite sowie Aussiedlungs- und Aufstockungskredite spielen eine bedeutsame Rolle. Die mittelfristigen Kredite – hierbei geht es um fast 300 Mill. DM – (sie werden bis zu zehn Jahren gegeben) waren in der zurückliegenden Zeit vorwiegend objektgebunden. Sie dienten einer speziellen, als förderungsbedürftig angesehenen agrartechnischen Maßnahme, wie Maschinenbeschaffung, Futtersilobau usw. Hier zeichnet sich ein Wandel zugunsten des organischen Hofknecht ab. Man betrachtet den bäuerlichen Betrieb heute als ein Ganzes und veranlaßt ihn, einen Sanierungsplan aufzustellen, der in der ersten Stufe mit den Maßnahmen beginnt, die den größten Nutzen versprechen (vielfach ist dies die Bodenverbesserung). Die späteren Stufen sehen Ergänzungsmaßnahmen vor, so daß dann am Ende ein auf eine völlig neue Basis gestellter Betrieb entsteht. Das ganze ist eine betriebswirtschaftliche Angelegenheit, die eine kredittechnische Ergänzung durch einen sogenannten Stufenkredit erfährt. W. R.