Alewyn liest die Geschichte schließlich so: "Andreas seinerseits wird ‚ganz‘. Seine zwei Liebschaft ten sind eins geworden, indem ihre Gegenstände verschmolzen sind, und wie die Kluft zwischen diesen schwindet, vereinigen sich die feindlichen Hälften seines Wesens. Heilend heilt er sich selbst, Mit der gegenseitigen Verwandlung haben Andreas und Maria ihre Aufgabe aneinander erfüllt, und damit trennen sich ihre Wege. Die ,ganze‘ Maria ist nun frei für die Vereinigung mit Gott, der ‚ganze‘ Andreas ist reif für die Vereinigung mit Romana. Seine Lehrjahre sind beendet." Das ist eine vorzügliche Zusammenfassung, die das Fragment in durchaus authentischer Weise geistig überschaut.

Bei Hederer liest sich das so: "Mit den Gestalten spielen geschlossene Welten miteinander und gegeneinander. Mittelpunkte, die sich nicht fassen können, bis die sphärische Welt, die sie vertreten, in einem Untergehen, das ein Übergehen ist, aufgehoben’ wird. Alles ist mit unvergleichlichem physiognomischen Hellblick am einmaligen Vorgang erweckt. Blitzartig wird mit einer Einzelheit Gestalt unheimlich deutlich, nirgends bloße Reflexion, indes ständig ein grüblerischer Sinn das Weltwesen meditiert."

Mit Verlaub, das heißt überhaupt nichts. Hier hat man alles noch einmal beisammen, was dieses Buch so fragwürdig und für Leser einer jeden Ambition so wertlos macht, für den Kenner wie für den Liebhaber: Behauptungen statt der Beweise, rosa Wölkchen, einen Stil, der es Hofmannsthal nachtun möchte, aber einfach mäßige poetische Prosa ist. Würde der Interpret wenigstens den billigen Anforderungen gerecht, die Immermann an seinen Vorgänger Franz Horn gestellt hatte: daß man aus dem Buch erfährt, wann der Mann, um den es geht, gelebt hat und wann er starb. Nebenbei bemerkt: Der alte Franz Horn war in dieser Beziehung weitaus gründlicher.