Der Umsatz der Scholven-Chemie AG (Gelsenkirchen-Buer) überschritt 1960 zum ersten Male die halbe Milliarde. Er erhöhte sich um 53,6 (in Mill. DM) auf 516,4. Die Zunahme von rund 12 vH entspricht etwa der allgemeinen Umsatzentwicklung in der chemischen Industrie der Bundesrepublik. Das Grundkapital von unverändert 80,00 befindet sich voll im Besitz der Bergwerksgesellschaft Hibernia AG (Herne), der auf Grund des Gewinnabführungsvertrages ein erhöhter Gewinn von 12,09 (8,85) Mill. DM zufließt. In die freie Rücklage werden 6,00 für künftige Erweiterungen der Scholven-Anlagen eingestellt, so daß sich die Rücklage auf 33,69 Mill. erhöht hat. Das Unternehmen wurde 1935 als erstes Werk für die Hochdruckhydrierung von Steinkohle nach dem Bergiusverfahren gegründet. Heute ist die Scholven-Chemie eine vielseitige Produktionsstätte der chemischen Industrie mit Schwerpunkten auf dem Mineralöl-, Stickstoff/Düngemittel- und dem Kunststoffgebiet.

Die Scholven-Chemie hat in diesem Jahr die Krupp-Kohlechemie GmbH in Wanne-Eickel erworben, die in Hibernia-Chemie GmbH mit Sitz in Gelsenkirchen-Buer umbenannt wurde. Diese neue Scholven-Tochter hat die übrigen organischen und unorganischen Betriebe von Hibernia gepachtet; sie produziert selbst flüssigen Ammoniak. Damit ist die einheitliche Leistung des gesamten Chemiebereichs des Hibernia-Konzerns in der Scholven-Chemie AG zusammengefaßt. V. D.