Auf Gedeih und Verderb sei die Bergbauzulieferindustrie mit den Geschicken der Zechenunternehmen verbunden. – Das war in früheren Jahren grundsätzlich der Einleitungssatz bei Bilanzbesprechungen in dieser Branche. Die Westfalia Dinnendahl Gröppel AG, Bochum, die größte westdeutsche Zulieferfirma, hat jetzt den nachdrücklichen Erweis erbracht, daß jedenfalls für ihren Unternehmensbereich von dieser Abhängigkeit nicht mehr die Rede sein kann. Die Wedag hatte bereits vor Jahresfrist mitgeteilt, daß sie ihre traditionsgemäß einseitig auf den Bergbau ausgerichtete Absatzstruktur durch eine Erweiterung ihres Fertigungsprogramms auf eine breitere Basis stellen würde. Den Erfolg dieser Maßnahmen kann das Bochumer Unternehmen bereits mit den Zahlen des Geschäftsjahres 1960 beweisen. Die Kohlenkrise, die über geringere Investitionen bei den Zechen auf die Wedag zurückschlagen mußte, ist glänzend kompensiert worden. Zwar hatte das Berichtsjahr, wie der Geschäftsbericht mitteilt, noch mit einer "sorgenvollen Entwicklung" begonnen (Stornierungen und Auftragserteilungen des Bergbaus führten zu einer "Beschäftigungslücke"), aber das zweite Halbjahr, das der Wedag neue Großaufträge im In- und Ausland brachte, konnte alle Sorgenfalten wieder glätten. Nicht nur das Mengengeschäft, sondern vor allem auch die Preise, zu Beginn des Berichtsjahres war noch von "Kampfpreisen" die Rede, erholten sich zusehends

Mit einer 10prozentigen Umsatzsteigerung – auf 90 Mill. DM – blieb die Wedag zwar noch unter dem Durchschnitt der Investitionsgüterindustrie; aber dieses Verkaufsergebnis zeigt deutlich genug, daß es der Verwaltung gelungen ist, sich mehr und mehr von dem Investitionsrückgang im Steinkohlenbergbau frei zu machen.

Die recht günstige Entwicklung geht auch an den Aktionären der Wedag nicht spurlos vorüber. Die Verwaltung spricht von einem "zufriedenstellenden Ergebnis", aus dem eine Dividende von 15 vH auf das Vorjahr auf 13 Mill. DM erhöhte Kapital gezahlt wird. Gleichzeitig war auch noch ein Ertragsspielraum vorhanden für eine Dotierung der freien Rücklage in Höhe von 3 Mill. DM; das ist immerhin mehr als der mit 2,3 Mill. DM ausgewiesene Reingewinn. nmn