Baumwoll-Reglement?

Unter Leitung des GATT in Genf treffen sich Vertreter von 17 Ländern, die Baumwoll-Gewebe herstellen, ein- und ausführen. Die USA haben diese Konferenz "überstürzt" einberufen, weil sie sich der zudringlichen Lieferungen aus "billigen Ländern" (Japan, Pakistan, Indien usw.) auf Kosten anderer Staaten erwehren wollen. Es soll hier also einer internationalen Marktordnung für Baumwollgewebe Pate gestanden werden. Während bei Roh- und Grundstoffen weltweite Absprachen eine gewisse Bedeutung haben, darf man doch am Nutzen neuer Interventionen für industrielle Produkte zweifeln. Eine liberale Handelspolitik löst viele Probleme besser als jeder internationale Dirigismus.

Mindestreserven gesenkt

Die Deutsche Bundesbank hat die vorgeschriebenen Mindestreserve-Sätze für das Banksystem um 5 vH gesenkt. Damit sind rund 400 Mill. DM liquid geworden. Diese Maßnahme fügt sich in den schrittweisen Zinsabbau-Prozeß der Währungsbehörden ein. Sie ist auch eine "Quittung" für den stockenden Absatz der Bundesbahn-Anleihe. Fachleute stellen allerdings fest, die Wirkung der Reservesenkung auf den Geldmarkt sei nur wenig spürbar gewesen.

Weitere Entspannung

Nach Ansicht der deutschen wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsinstitute wird sich die konjunkturelle Entspannung in den kommenden Monaten verstärkt fortsetzen. Die Preise werden sich nach Ansicht der Konjunkturforscher stabilisieren. Die Einkommens-Expansion beim privaten Verbrauch wird sich vermutlich etwas abschwächen, wobei die Sparquote unverändert bleiben dürfte. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin empfiehlt, Pläne für eine "wachstumspolitische" Steuersenkung schon jetzt aus-6zuaibeifen.

166 600 DM für einen Mercedes

Zum erstenmal konnten die Japaner neue ausländische Personenwagen ohne besondere Genehmigung kaufen – vorausgesetzt, daß sie genügend Geld hatten. Die japanische Regierung hielt eine Versteigerung ausländischer Autos ab und erzielte dabei nach offiziellen Angaben einen Reingewinn von mehr als 5,8 Mill. Die angebotenen Wagen amerikanischen, deutschen, französischen, englischen, schwedischen und italienischen Fabrikats brachten Preise, die teilweise um 300 Prozent über den Listenpreisen lagen. So wurden zum Beispiel für einen Mercedes 300 umgerechnet 166 600 DM gezahlt. Deutsche und amerikanische Wagen erzielten die höchsten Gebote, während englische Autos am geringsten gesteigert wurden,