Der tunesische Staatspräsident Habib Burgiba saß gerade im Gespräch mit Jean Daniel, dem Vertreter der Pariser Wochenzeitung "L’Expreh", einem der bestunterrichteten Journalisten in Nordafrika, als er nach, der Lektüre eines ihm dargereichten Schreibens ausrief: "Na also! Das ist die Kraftprobe!" Es handelte sich um die französische Note, die auf Burgibas Forderung, den Stützpunkt Biserta sofort zu räumen, folgende Antwort gab: Frankreich sei nach wie vor zu Verhandlungen bereit, doch lehne es Manifestationen und Drohungen ab.

Im Gespräch sagte Burgiba: "Es ist zu drollig! Mit den Algeriern fängt man die Verhandlungen so an, daß man fordert, sie sollten zuerst die Messer in der Garderobe abgeben, und dann verhandelt man mit ihnen in wildesten Terrorzeiten. Von uns verlangt man nicht, daß wir das Messer, aber daß wir die Stimme in der Garderobe abgeben. Das zeigt mir, daß de Gaulle unsere Forderungen auf Biserta niemals ernst genommen hat. Beweis? Jedesmal, wenn wir unser Verlangen wiederholen, sucht er alle möglichen Ausflüchte!"

Und der tunesische Staatspräsident, einst eifriger Anreger der französisch-algerischen Verhandlungen von Evian, fuhr fort: "Man hat mir gesagt: ‚Achtung, Sie geben ein schlechtes Beispiel mitten in den Verhandlungen zwischen Frankereich und den Algeriern. Wenn Sie de Gaulle zwingen, Biserta zu räumen, werden die Algerier darauf bestehen, daß Mers-el-Kebir geräumt wird!‘ Diese Rechthabereien erbittern mich mehr als alle anderen, weil ich heute weiß, daß diese Verhandlungen niemals Erfolg haben werden ..."

Als Jean Daniel, nachdem die Unterhaltung beendet war, das Haus Burgibas verließ, hörte er noch auf dem Wege zum Tor die Stimme: "Wenn es zur Gewaltprobe kommt, dann ist dies nicht bloß das Ende der Zusammenarbeit, sondern es ist Schluß mit Frankreich in diesem Lande!"