DIE ZEIT

wer....was....wo....warum...

Hauptschwierigkeit: die Radikalen und die Gemäßigten im FLN-Lager müssen sich auf eine neue Linie einigen. Ihre Uneinigkeit hatte den Verhandlungsführer Belkassem Krim bewogen, die Gespräche auf Schloß Lugrin abzubrechen.

Ein Vorschlag für Deutschland

Auf den ersten Blick scheint es so, als ob Chruschtschow und Ulbricht dasselbe wollten, mindestens aber ihre Ziele sich nur in Nuancen voneinander unterschieden.

Noch kein Termin

Während durch Paris immer neue Gerüchte über einen bevorstehenden Putsch gegen General de Gaulle schwirrten, tagten am Quai d’Orsay die Außenminister Rusk, Home, Couve de Murville und Brentano.

Opfer

Seit ein paar Tagen taucht in den Wahlkampf-Reden der CDU-Führer ein Wort auf, das sie bisher sorgfältig vermieden hatten: Von Opfern ist die Rede.

Titows Flug

Fünfundzwanzig Stunden und 18 Minuten lang ist der zweite sowjetische Kosmonaut, der Luftwaffen-Major German Titow, im Weltraum gewesen.

Zwischenbilanz am Kongo

Zwei Sieger sind auf dem Schlachtfeld des einjährigen Bruderkrieges am Kongo übriggeblieben. Der eine ist Präsident Joseph Kasavubu, dem es nun doch gelang, eine „Regierung der Nationalen Einheit“ zu bilden – unter Einschluß seines Gegenspielers im Osten, Gizenga.

Es geht um Südamerika

Die Wellen des Atlantik branden bis unter die Fenster des quadratischen Hotelklotzes; die Wellen der Panamerikanischen Konferenz gehen vorläufig ziemlich sanft zwischen Nord und Süd hin und her.

Hetzjagd auf des Wählers Spuren

Margaretshöchheim, im August Tempo hundert“, rief Reisemarschall Adrian, als der Ausgang des Dorfes erreicht war. Mit knirschendem Getriebe und heulendem Motor nahm der rote Lautsprecherwagen die nächste Kurve.

Mission in Moskau

Der englische Ministerpräsident Macmillan hat einen Nachfolger als „ehrlicher Makler“ zwischen Ost und West gefunden: seinen römischen Amtskollegen Fanfani.

Schleift schneller, Genossen!

Die sowjetischen Schnelldichter haben sich flugs ans Werk gemacht, das neue sowjetische Parteiprogramm, den Zwanzigjahresplan, das Jahr 1980 und die kommunistische Zukunft zu besingen.

Zeitspiegel

Die amerikanischen Militärinstruktoren in Südvietnam melden mit Stolz, daß ein von ihnen ausgebildetes Kommando eine 800 Mann starke Guerillagruppe aufgerieben hat.

Der vorlaute Senator

Harvard‚ im August in Fußballteam, in dem jeder Spieler sein eigener Mannschafts-Kapitän sein will, hat wenig Aussichten auf einen Sieg.

Im Westen nennen wir’s „Malaise“

Das Ganze sieht aus wie eine Kolonie vonlanggestreckten Miethäusern. Zwischen den Blocks sind Rasenflächen mit Sträuchern und Bänken.

Der SPD-Bergsteiger

Fritz Erlers Bonner Strohwitwerwohnung ist so winzig, daß darin höchstens drei Personen Platz haben. Es sitzen aber eigentlich fünf Personen zusammen: Der Wehrsachverständige der SPD Erlen; der Außenpolitiker der SPD Erler; der Innenpolitiker (und als Landrat „preußisch“ geschulte Verwaltungsbeamte) Erler; der theoretisch irgendwann immerhin denkbare Bundeskanzler Erler; und in dieser Umzingelung durch die Erler-Übermacht der Journalist.

Nehru und die deutsche Frage

Nehru wird, dies ist jetzt sicher, an der bevorstehenden „Gipfelkonferenz“ der Neutralen in Belgrad teilnehmen. Man muß damit rechnen, daß auf dieser Konferenz auch das Deutschlandproblem zur Debatte gestellt wird, und daß die Sowjets alles daran setzen werden, durch ihre Mittelsmänner eine Resolution zugunsten der sowjetischen Deutschlandpolitik zu erreichen.

Zum viertenmal Ben Gurion?

Die „unnötigsten Wahlen seit der Staatsgründung“ nennen viele Israelis die für den 15. August festgesetzten Parlamentswahlen.

Gespenster drohen mit einem Putsch

Frankreichs berühmte satirische WochenzeitungCanard Enchaîné brachte auf der Titelseite ihrer letzten Nummer eine Karikatur: die Champs-Elysées, von Gespenstern bevölkert.

Moskau im Zukunftsrausch

Nach der Veröffentlichung des neuen Parteiprogramms hat in der Sowjetunion eine große Propagandakampagne begonnen. Versammlungen, Konferenzen und Kundgebungen lösen einander ab, bei denen die Zukunftsverheißung im Vordergrund steht.

Hessen: Anzeige im Schnellverfahren

Die Frankfurter Verkehrspolizei hat ein interessantes Experiment angestellt. Die Hauptbetroffenen dieses Experimentes sind die Verkehrssünder, und zwar solche, die beinahe einen Unfall verursacht oder sich geringfügiger Delikte schuldig gemacht haben.

Berlin: Ostfeldzug gegen die Grenzgänger

Ein ähnliches Schicksal wie die Juden in den Anfängen des „Dritten Reiches“ erleiden zur Zeit jene Menschen, die in der Sowjetzone oder in Ostberlin leben, aber in Westberlin arbeiten: Sie werden systematisch diffamiert.

Bayern: Wenn ein Funktionär droht

Ohne weitere Beachtung durch die Öffentlichkeit endete jetzt vor dem Landgericht Nürnberg ein Verfahren ergebnislos, von dem einmal angenommen werden konnte, es würde als Musterprozeß klipp und klar die Frage beantworten, wie weit Gewerkschaftsfunktionäre Personen bedrohen dürfen, die keine Lust verspüren, ihrer Organisation anzugehören.

Nordrhein-Westfalen: Zu Fuß nach Moskau

Am Nachmittag sollten sie kommen. Aber sie kamen nicht. Vielleicht, so dachte ich, sind sie schon über Köln hinaus – die „Friedensmarschierer“ auf ihrem Weg von San Franzisko nach Moskau.

Im Zimmer 314: „Nehmen Sie Platz!“

Die auffälligste Eigenheit des israelischen Staatsbeamten besteht darin, daß er nicht vorhanden ist. Das heißt, er ist vorhanden, aber nicht dort, wo er sein sollte.

Kishon über sich selbst

„Geboren 1924 in Ungarn, neugeboren 1949 in Israel. Zu viele Schulen. Zu viele Arbeitslager: ungarische, deutsche, russische.

Lernt Israel wieder lachen?

„Heute ist der jüdische Witz fast nur eine historische Erscheinung“, schrieb Salcia Landmann in ihrem glänzenden Buch über den Humor der Juden: Die Geschichte des jüdischen Witzes ist vorbei, so meinte sie, weil die Geschichte der jüdischen Tat begonnen habe.

Entstehung der Nationalhymne

Deutsche Leichtathleten siegten am 10. August in Stockholm über ihre schwedischen Sportfreunde... Herzlich sei der Beifall gewesen.

Kleiner Kunstkalender

Hethiter“ Darmstadt ist bis zum 20. August, nach Köln und Berlin, die letzte deutsche Station der großen Hethiter-Schau, die anschließend nach Zürich und Den Haag wandert.

Wie abhängig ist die Literaturkritik?

Es gehört zur Tradition dieser Zeitung, sich um die jüngere deutsche Literatur Sorgen zu machen, statt sie als non-existent abzuschreiben, wie das so gern (unserer Ansicht nach ganz zu Unrecht) geschieht.

Bomben-Erfolge

Meine Frau hatte sich in letzter Zeit eigentlich mehr für das bedenkliche Schicksal deutscher Frauen interessiert, die Orientalen heiraten und dabei gar nicht auf die Idee kommen, diese Herren könnten noch mit weiteren Frauen verheiratet sein, was sie erst bei der Ankunft im Orient schmerzlich bewegt, feststellen.

Ein Männerspaß

Dabei ist doch alles nur so geschehen, hat sich so ereignet: kurz vor Feierabend rief der Chef an, bat mich, in unsere Kantine hinabzukommen, die nie völlig, leer wird, und ich ging hinab.

Gibt es eine Krise des Kabaretts?

Erich Kästner hat sich schon vor einiger Zeit zurückgezogen. Ursula Herking, die seinerzeit sein Chanson „Wir haben ja den Kopf noch fest auf dem Hals“ sang, will zukünftig nicht mehr Kabarett machen.

Mein Bild

über eine Zeichnung Lehmbrucks – „Macbeth zwischen den Hexen“ wechselte ich dann über auf van Gogh, von Matisse zurück zu Giotto, dann wieder zu Frans Hals – bis zu manchen Heutigen.

Zeitmosaik

Den Deutschen ist die philosophische Spekulation hinderlich, die in ihren Stil oft ein unsinnliches, breites und aufdröselndes Wesen hineinbringt.

Demontage der Wirklichkeit

Ein literarisches Meisterwerk, das man mehr als zwei Jahrzehnte nach seinem Erscheinen zum ersten Male liest, setzt den Kritiker in einige Verlegenheit.

Zu empfehlen

ES ENTHÄLT „die Chronik eines Spitzels“, des Harro Wulfdieter Teut aus Uelzen nämlich, dessen sonderbare Karriere in Hitlers Reich am besten durch fünf der dreiunddreißig Kapitelüberschriften zu kennzeichnen ist: Versuch einer Würdigung unseres Helden – Wie Harro ohne viel Mühe Vater wird – Formen der Führerverehrung – Die Götter schicken Harro ins Bett – Der Untergang unseres Helden wird herbeigeführt.

Der geheimnisvolle Herr Bourbaki

Fast alle heute lebenden Mathematiker sind davon überzeugt, daß Nicolas Bourbaki, der Verfasser des umfangreichen, aber noch keinesfalls vollendeten mathematischen Lehrwerkes und Autor vieler Beiträge in den mathematischen Fachzeitschriften der ganzen Welt, nicht existiert.

Erfindungen

Sportler, Touristen und Farmer können sich jetzt in Amerika für 3000 Dollar einen Baukasten kaufen, aus dem sie sich einen drei Meter langen und 2 1/2 Zentner schweren Hubschrauber selbst basteln können.

Prophezeiungen

Ferienreisen zum Mond für einen Preis, der weit unterhalb dessen liegt, was amerikanische Touristen für einen Urlaub in Europa bezahlen müssen, hält Mr.

Richtung Zukunft

Als ich wenige Tage nach dem Start der ersten Sputniks Leonid Sedow interviewte, den Chef des astronautischen Programms der Sowjetunion, meinte er, die westlichen Kommentare zu diesem Ereignis strichen zu stark die technische Überlegenheit der Sowjets auf dem Gebiete der Weltraumfahrt hervor.

Wer weiß, wo...?

Um unser Wissen ist es schlecht bestellt. Nicht, daß es uns an Möglichkeiten fehlte, unsere Kenntnisse zu bereichern – gerade die Fülle der Ergebnisse und Erfahrungen ist es, die der Wissenschaft ernste Sorge bereitet.

ZEIT-Zünder

Fast zwei Millionen bekannte Pflanzenarten der Erde sollen in einem Katalog von 50 Bänden beschrieben werden. Diese Mammut-Arbeit, die noch vor nicht allzu langer Zeit 50 Menschen zehn Jahre lang beschäftigt hätte, wird an der Yale-Universität voraussichtlich in fünf Jahren von nur sieben Mitarbeitern und einem Elektronenrechner geschafft sein.

Akrobatik und Ballett

Rudolf Hagelstanges neues Buch handelt vom Sport. DerTitel: „Römisches Olympia – Kaleidoskop eines Weltfestes Es wird in diesen Tagen bei Piper in München erscheinen.

Der dreifache Theaterersatz

Seitdem die theatralische Kunst mit der Konkurrenz von Darstellungsformen zu rechnen hat, die vielfach das gleiche wie sie mit anderen Mitteln interpretieren wollen, bemühten und bemühen sich immer wieder berufene Köpfe um eine Klärung der dadurch entstandenen Fragen, Fragen vor allem der Zuständigkeit.

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