Wirtschaft

Jedem eine Volkswohnung

Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehn An diesen Schillersatz fühlt sich die geme

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Feuilleton

Kleiner Kunstkalender

NEUSS (Clemens Sels Museum): „Max Ernsi" Ais er vor 40 Jahren in Köln debütierte, war Max Ernst dadaisfischer Bürgerschreck („minimax dadamax").

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DIE ZEIT

Westliche Ratlosigkeit

Man hatte sich im Westen, und insbesondere in Bonn, darauf eingerichtet, der zu erwartenden östlichen „Salamitaktik“ entweder mit der Gegentaktik „dünne Scheibe gegen dünne Scheibe“ oder „massiv gegen massiv“ zu begegnen.

Bruder Scherge

Was eigentlich ist das Empörende an den Gewaltmaßnahmen der DDR-Machthaber? Doch wohl dies: daß aufs unterträglichste für siebzehn Millionen Deutsche jede Verbindung mit fünfundfünfzig Millionen anderen Deutschen abgeschnitten wird.

Washington - „hartˮ oder „weichˮ?

Die Vorstellung, daß die öffentliche Meinung wirklich wichtig sei für die großen politischen Entscheidungen, ist eine der liebevoll gehegten Illusionen unserer westlichen Welt.

Zeitspiegel

„Der Kampf um den Abschluß des deutschen Friedensvertrages geht nicht buchstäblich um die Frage des Friedensvertrages. Es geht um die Anerkennung unserer Größe.

Freiheit nach neun Jahren Gefängnis

Es hing nur noch von Petrus ab, wann Jomo Kenyatta als freier Mann nach Kenia zurückkehren sollte. Noch am Montagmorgen goß es in Strömen in dem Dorf Gatundu, wo der britische Gouverneur den ehemaligen Zuchhäusler und "Heiland" Kenias für 33 000 Mark ein feudales Haus hatte erbauen lassen.

Das Ende der Bonner Illusionen

Golo Mann, seit 1959 Professor für Geschichte an der Technischen Hochschule in Stuttgart, hat sich in Deutschland vor allem durch seine brillant geschriebene „Deutsche Geschichte des 19.

So wurde Ostberlin besetzt

In dem Stadtbahnzug, der in den Morgenstunden des 13. August in den Ostsektor Berlins fährt, saßen nur wenige Fahrgäste. Der Zug hielt nicht an den Stationen Unter den Linden und nicht am Potsdamer Platz, er bremste nur leicht, ein schriller Pfiff, dann brauste er weiter.

Brandt: CDU in der Defensive

Zum Deutschland-Treffen war die Garde der SPD am Wochenende nach Nürnberg gekommen, einige tausend Sozialdemokraten aus allen Teilen des Landes.

Tauziehen um Auslandshilfe

Seit über fünf Monaten spricht US-Präsident Kennedy von den 60er Jahren als dem „Jahrzehnt der Entwicklung“. Nach seinen Erklärungen über verstärkte Hilfe bei der wirtschaftlichen Entwicklung Lateinamerikas folgte am 22.

Mit polnischen Augen

Die Kommunistische Partei Polens bemüht sich zur Zeit, ihren Bürgern den Unterschied zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetzone ins rechte Bewußtsein zu rücken.

Für Analphabeten

Wahlberechtigt ist nur, wer das 21. Lebensjahr vollendet hat. So bestimmt es das Bundeswahlgesetz. „Ausgeschlossen vom Wahlrecht ist, wer entmündigt ist oder unter vorläufiger Vormundschaft oder wegen geistiger Gebrechen unter Pflegschaft steht.

In der Klemme

Wieder einmal steht die finnische Regierung unter Moskauer Druck: Helsinki soll endlich die Regierung in Pankow anerkennen. Nach einem Besuch der finnischen KP-Vorsitzenden Hertta Kuusinen in der sowjetischen Hauptstadt hat die Kommunistische Partei Finnlands diese Forderung in den Mittelpunkt einer intensiven Propagandakampagne gestellt.

Im Triumphzug Konrad Adenauers

Ich meine, wir sollten Gott dankbar sein, daß wir in den letzten zwölf Jahren einen Mann gehabt haben wie Konrad Adenauer“, hatte der Kieler CDU-Kreisvorsitzende Dr.

Die Sonne des Erfolgs

Nichts ist so erfolgreich, wie der Erfolg“, sagt Ludwig Erhard und zündet sich eine ellenlange „Churchill“-Zigarre an. Um seinen Zigarrenvorrat ist Erhard nie bange: Freunde in aller Welt schicken rauchbare Präsente in allen Größen und in den ausgefallensten Verpackungen.

Niedersachsen: „Seine Richtigkeit“

Im September sind ja nicht nur die Bundestagswählen, die sich allüberall ankündigen. In Niedersachsen werden, ebenfalls im September, zum erstenmal nach einem im März verabschiedeten Gesetz die Personalratswahlen stattfinden.

Kraftfahrer, kommst du nach Deutschland

Aus dem Frankfurter Polizeibericht einer einzigen Woche: Ein ausländischer Kraftfahrer fand sich im verzwickten Straßenverkehr der Innenstadt nicht zurecht und behinderte in seiner Ratlosigkeit ein anderes Auto an einer Kreuzung.

Hamburg: Ohne Auto in Wolfsburg

Die „Sache“ ist eine der kleinen täglichen Mühen der Gerichte. Auf der Liste der Justizpressestelle steht: „Amtsgericht, Abteilung 143, Zimmer 377 b, X (Name des Angeklagten), Sachbeschädigung: Dem 27jährigen Studenten der Betriebswirtschaftslehre wird zur Last gelegt, in mindestens zwanzig Fällen von parkenden Autos Scheibenwischer, Rückspiegel und Antennen abgebrochen zu haben.

Hamburg: Barlach und Reemtsma zu Ehren

Der Hamburger Jenisch-Park liegt an der Elbe. Er ist in englischem Stil angelegt und stammt aus dem 18. Jahrhundert. Hier suchten vor zwei Jahren zwei Männer ein Grundstück aus – der kürzlich verstorbene Zigarettenkönig und Mäzen Hermann Fürchtegott Reemtsma und der Journalist und Kunstkritiker Hugo Sieker.

Hessen: Ein Arzt schlug Alarm

Einen Tag bevor Frankfurts Oberbürgermeister ferner Bockelmann zur kommunalpolitischen Bundestagung der SPD nach Nürnberg fuhr, wo die sozialdemokratischen Erfolge in den Gemeinden für den Bundestagswahlkampf ins rechte Licht gesetzt werden sollten, erhielt er einen Brief, der gar nicht ins Propagandakonzept paßte.

Meine Hand zittert vielleicht...

Aus dem Zuge eilte ich in die Untergrundbahn. Noch immer hatte ich keine Zeitungen zu Gesicht bekommen. Schließlich konnte ich einem Mann über die Schultern blicken und die Schlagzeilen lesen.

Zeitfragen: Und was können die Schriftsteller tun?

als mich gestern eine der uns Deutschen so vertrauten und geläufigen plötzlichen Aktionen mit Panzernebengeräuschen, Rundfunkkommentaren und obligater Beethoven-Symphonie wach werden ließ, als ich nicht glauben wollte, was ein Radiogerät mir zum Frühstück servierte, fuhr ich zum Bahnhof Friedrichstraße, ging zum Brandenburger Tor und sah mich den unverkennbaren Attributen der nackten und dennoch nach Schweinsleder stinkenden Gewalt gegenüber.

Mein Bild

Im Himmel hat es, wie leider nur zu oft, gegoren, bis er grün wurde und dick; (im Augenblick sind Widmanstättensche Figuren auf Nephrit geätzt.

Die deutschen Schriftsteller und ihr Staat

Ein westdeutscher Politiker sagte, ohne Vorwurf, aber betrübt: „Wenn eines Tages die Romane deutscher Schriftsteller als einzige Quellen übrigblieben, dann zeigten sie unser Land geteilt – in einen blühenden, hoffnungsvollen Staat, der sich DDR nannte, und ein höchst unerfreuliches, korruptes Gebilde namens Bundesrepublik.

Kein Universitätsgespräch

Drei Jahre – so lange bin ich jetzt in Deutschland – habe ich Ihre Zeitung gelesen und auch „Die Bürger und ihr General“, das Buch Ihres Chefredakteurs.

Urteile: eine junge Deutsche, ein junger Franzose

Als im April 1961 die ZEIT-Redaktion und ihr Herausgeber Dr. Bucerius die Teilnehmer der verhinderten Zusammenkunft des „Deutschen PEN-Zentrums Ost und West“ zu einem Streitgespräch in die Hamburger Universität einluden, entfachte das einen erneuten Sturm einander widerstreitender Meinungen.

Die Lange Welle

Ich hatte schon immer eine Schwäche für Wildwest- und Kriminalfilme. Natürlich hatte ich dabei ein schlechtes Gewissen; das verlor ich erst, als mir Erich, ein passionierter Filmfreund, klarmachte, daß es gerade die Reißer, was ihre tiefere Bedeutung angeht, faustdicker hinter den Ohren haben, als selbst ihre Hersteller ahnen.

Zu empfehlen

ES ENTHÄLT zum Thema „Kitsch“ herrliche Photographien und lesenswerte Beiträge von Ludwig Giesz, Albert Schulze Vellinghausen, Karl Pawek, Harry Pross, Fred K.

Zwiegespräch unter Deutschen

Erstaunlich, daß sich unter den Tausenden von „drüben“ nicht lange schon ein Interpret für die psychologische Lage der Flüchtlinge vom einen Teil Deutschlands in den anderen gefunden hat, ein Dichter, der den Seelenzustand dieser Deutschen im Reich Ulbrichts überzeugend und greifbar zu schildern vermöchte.

Zeitmosaik

Im vergangenen Jahr hatte Alexej Kornejtschuk – Mitglied des Zentralkomitees, Abgeordneter des Obersten Sowjets und Vizepräsident des „Weltfriedensrates“ – ein Theaterstück unter dem Titel „Die Wahrheit“ geschrieben.

Optimistische Bosheit

Der Däne jongliert so lange mit trockenen Theorien, politischen Vorurteilen, menschlichen Irrtümern und historischen Wahrheiten, bis er eine Utopie zusammengesponnen hat, die ebensoviel Wahrscheinlichkeit besitzt wie Orwells 1984, jedoch als nur leicht bittere Romanze wirkt, weil sie auf liebenswürdige menschliche Schwächen gegründet ist und aus ihnen den Witz, die Dramatik und das Personenregister bezieht.

Richtig gesehen

Es muß... angenommen werden, daß der Abfluß von Ostflüchtlingen nach dem Westen anhalten wird, weshalb es mit großer Wahrscheinlichkeit dazu kommen dürfte, daß sich die Zahl der arbeitsfähigen Bevölkerung der Ostzone.

Elegie aus Stein

und es endet so: „Leben Sie wohl, meine Damen! Leben Sie wohl, meine Herren! Ich werde nicht wieder zu Ihnen sprechen. Hier auf der Fähre rede ich noch mit Ihnen, aber wenn sie anlegt an der anderen Seite, dann werde ich Sie vergessen, so wie Sie mich vergessen werden.

Polen könnte vermitteln

Seitdem uns der rührige Doktor Witsch mit Czeslaw Milosz, Marek Hlasko und Tadeusz Nowakowski bekannt gemacht hat, ist Polen wieder in den Bereich unserer literarischen Geographie gerückt.

Sterben die Erfinder aus?

Wenn Erfinder so sind wie Herr Walter Nicolai, dann haben sie auch heute noch Erfolg. Über 20 angemeldete und erteilte Patente hat der 43jährige Physiker, und sein kleines Labor im zweiten Stock eines Hamburger Mietshauses wird gewiß noch öfters Geburtsstätte schöpferischer Ideen werden.

ZEIT-Zünder

Die amerikanische Behörde für Raumforschung NASA meldet 6000 offene Stellen, die in den kommenden 18 Monaten besetzt werden müssen, falls das von Präsident Kennedy geforderte Raumfahrt-Programm durchgeführt werden soll.

Richtung Zukunft

Eine Woche verbrachte ich an den beiden unterirdischen Baustellen des Montblanc-Tunnels und erlebte wieder einmal, wie sehr sich das wirkliche Geschehen von der Legende unterscheidet, die es begleitet.

Traumbälle aus dem Armel

Die letzten Tage der Meisterschaften rissen sechstausend Zuschauer aus einem Taumel der Begeisterung in nervöse Zusammenbrüche und umgekehrt.

Das Fest des weißen Sports

Roderich Menzel hat sowohl Tennisgeschichte geschrieben als auch Tennisgeschichte gemacht. Er schildert seine Eindrücke von den 55.

Zeiten, Punkte, Resultate

Luxemburg. Europameister der Kunstturner im Kürsechskampf wurde der jugoslawische Jura-Student Miroslaw Cerar vor dem Sowjetrussen Titow und den beiden Italienern Carminucci und Menicelli.

Mit Kraft und Witz

Dem modernen australischen Tennis wird gern nachgesagt, daß ihm der Esprit fehle. Rod Lavers virtuoses Schlagrepertoire und die taktischen Finessen der Australier, von denen hier die Rede ist, zeigen aber überraschenden Spielwitz.

Am Rande des Centre-Court

Die Eurovision ist, wie jedermann weiß, besonders sportfreudig, denn Sport ist telegen. Aber viele wissen auch, daß die „Koordinatoren“ ihre liebe Not mit der Abstimmung der Sendezeiten haben.

Fernsehen: Das alte Ärgernis

Wer immer wieder dasselbe sagt, kommt in den Geruch der Einfallslosigkeit oder Rechthaberei. Die Gefahr muß auf sich nehmen, wer an seiner Meinung festhält.

Film

„Der Präsident“ (Frankreich, Ufa-Film-Hansa): Der „große Mann“ in der Geschichte – das war bisher ein Archetyp speziell der deutschen Kinomache, von Fridericus über Ohm Krüger und Bismarck bis zu Stresemann.

Theater

„Musik und Theater in Herrenhausen“ heißt sachlich schlicht eine seit Jahren sich bewährende, sommerliche Veranstaltungsfolge, durch die museale Gegebenheiten in der niedersächsischen Landeshauptstadt szenisch aktiviert werden.

Können Sie einen Film lesen?

Ein literarischer Verlag macht sich um ein Gebiet verdient, das bisher nicht als „literaturfähig“ galt

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