DÜSSELDORF (Schauspielhaus): „Ein Sommernachtstraum“ von Shakespeare

Zehn Jahre besteht jetzt die Neue Schauspiel-GmbH., die von Gustaf Gründgens gegründet worden ist. Sein Nachfolger Karl Heinz Stroux inszenierte zum Jubiläum den „Sommernachtstraum“, ließ dazu die Musik von Mendelssohn spielen und verpflichtete für die Aufführung das Städtische Orchester mit seinem Dirigenten Jean Martinon. Die Dekorationen hatte Jean-Pierre Ponnelle entworfen, der nach seinem Militärdienst in Algerien nach Deutschland zurückgekehrt ist. An der schauspielerischen Besetzung fiel auf, daß der Puck, abweichend vom Brauch, von einem älteren Charakterdarsteller, von Otto Rouvel, gespielt wurde.

Oberon und Titania waren Wolf gang Arps und Gisela Mattishent, der Handwerksmeister Zettel K. M. Schley, das Quartett der Liebespaare: Karl-Heinz Martell und Evelyn Balser, Günter König und Ingrid Ernest.

DÜSSELDORF/DUISBURG (Deutsche Oper am Rhein):

„Iphigenie in Aulis“ von Gluck, „Die Entführung aus dem Serail“ von Mozart

In ihrem Düsseldorfer Hause eröffnete die Rheinoper die Wintersaison mit der „Reformoper“ Glucks, wobei eine neue deutsche Textfassung von Wilhelm Jarosch verwendet wurde. „Respektables Format“ bescheinigen die Düsseldorfer Nachrichten der Aufführung in musikalischer Hinsicht. Unter der Leitung Fritz Zauns wurden die Hauptpartien gesungen von Fabio Giongo (Agamemnon), Margarita Kenney (Klytemnästra), Siff Petterson (Iphigenie) und Wilhelm Ernest (Achilles). Die stillose Regie von Peter Ebert bestand nach dem Urteil der Welt in „vielen krausen Einzeldressurakten.“

Ausgeglichener in der Qualität von Musik und Szene verlief die Eröffnungspremiere im Duisburger Haus, wo Alberto Erede Mozarts „Entführung“ dirigierte, die von Werner Kelch unaufdringlich inszeniert worden war (Bühnenbildner: Ita Maximowna). Als Constanze trat Stina-Britta Melander (bisher in Berlin) ins Ensemble der Rheinoper ein. Neu an dieser Stelle ist auch der Bassist Elfego Esparza (Osmin). Belmonte: Kurt Wehofschitz, Blondchen und Pedrillo: Lily Sauter und Herold Kraus.