DIE ZEIT

wer....was....wo....warum...

Ihr Kampf geht um die Gründung eines „Großkurdischen Reiches“ (1,5 Millionen Kurden leben im Irak, 2,5 Millionen in Persien, 400 000 in Syrien und eine Million Kurden in der Türkei).

Schach dem Kanzler

Noch nie lag die Verantwortung der Stimmabgabe so schwer auf den Bürgern der Bundesrepublik wie bei dieser Wahl zum Vierten Bundestag.

Schatten über den UN

Die Vereinten Nationen sind führerlos, finanziell bankrott, politisch gelähmt und militärisch in Bedrängnis – das ist die Situation für die neunundneunzig UN-Staaten, deren Delegationen sich am regnerischen Dienstag dieser Woche in ihrem Hauptquartier am East River versammelten.

Bleibt Adenauer hart?

Noch war der Siegesrausch der FDP, der gelinde Wahlkater der SPD nicht ganz verflogen, als sich schon die ersten Pfadfinder der beiden Parteien auf verschiedenen Wegen in den Dschungel der Koalitionspläne begaben.

Dschungelwege zur Koalition

Fast zur gleichen Zeit, als die FDP in Siegerstimmung den Sturz Adenauers forderte, hatte der Kanzler den Bundesvorstand der CDU im Palais Schaumburg um sich versammelt.

Eine verratene Revolution?

Tod durch den Strang!“ Dieses Urteil fällten die türkischen Richter im „Prozeß der Sechshundert“ gegen fünfzehn Mitglieder der im Mai des vergangenen Jahres gestürzten Menderes-Regierung.

Ernst Bloch bricht mit Ulbricht

Der berühmte Ordinarius für Philosophie an der Universität Leipzig, Professor Ernst Bloch, hat sich entschlossen, von einem Urlaub in Bayern nicht mehr nach Leipzig zurückzukehren.

Luft-Geplänkel

Die beiden bundesrepublikanischen Jagdflieger, die sich letzte Woche nach Berlin verirrten, haben einen unangemessenen Wirbel ausgelöst.

Neuer Krieg am Kongo

Der schmale Silberstreifen, der in den ersten Augusttagen am Himmel des Kongo aufgezogen war, ist plötzlich verblaßt. In Katanga, der abgefallenen Provinz am Kongo, tobt wieder der Krieg.

Zeitspiegel

In einem Teil der Auflage ist durch ein technisches Versehen das Picasso-Bild „Liegende Frau unter einer Pinie“ eine „Frau auf einer Pinie“ geworden.

Am 17. September: Zwei Gewinner und ein Sieger

Bei dieser Wahl habe es zwei Gewinner gegeben, sagte Bundestagspräsident Gerstenmaier am Morgen nach der Wahl, der erste sei die FDP, der zweite die SPD; aber, so meinte er verschmitzt, erster Sieger sei die CDU geblieben.

Die Rechnung für den verlorenen Krieg

Das neulich in dieser Zeitung wiedergegebene Wort des Ministers Strauß, „Es wird hart dran hingehen ...“, ist schon wahr geworden und wird in der nächsten Zeit nicht aufhören, wahr zu sein.

Früher war es leichter

In diesen Tagen mag Konrad Adenauer mit melancholischer Genugtuung an den 21. August 1949 zurückdenken, den Tag, an dem seine Kunst der Menschenbehandlung einen ihrer großartigsten Erfolge davontrug.

Was wird aus Brandt?

Der Regierende Bürgermeister von Berlin und bisherige Kanzlerkandidat der SPD ist an seinen Amtssitz zurückgekehrt: Willy Brandt will sich wieder ganz seinen Berliner Aufgaben widmen.

Mit gemischten Gefühlen

Das Ergebnis der Bundestagswahlen bewegt und erregt die Engländer. Wer mag dieser Dr. Mende sein, der Hauptgewinner dieser Wahl? Er ist in England fast unbekannt.

Neue Ministerien in Bonn?

In Bonn stellt man Spekulationen darüber an, wie die neue Bundesregierung aussehen wird. Im allgemeinen stehen bei der Regierungsbildung personelle und koalitionstaktische Überlegungen im Vordergrund.

De Gaulles: Noch nicht!

Die Tatsache, daß der französische Außenminister so plötzlich von Washington abreiste – ohne noch die UN-Debatte abzuwarten – hat eine Reihe von Fragen hervorgerufen, die sich mit dem Solopart Frankreichs im Konzert der westlichen Diplomatie beschäftigen: Geht de Gaulle nieder einmal seine eigenen Wege? Droht er aufs neue, die westliche Einheit zu sprengen? Die Wahrheit ist, daß de Gaulle nicht weniger von Not und Nutzen des Verhandelns überzeugt ist als die anderen Staatsmänner.

Ohne Hammarskjöld

starb, wie er gelebt hatte, sagte Bundestagspräsident Gerstenmaier über Dag Hammarskjöld: Wie immer unterwegs, wie immer auf der Suche nach jenem stets gefährdeten Frieden, den er der Welt schon einige Male durch persönliche Furchtlosigkeit und geschickte Diplomatie gerettet hatte.

Hamburg: Wenn die Anatomie nicht stimmt...

Am 17. August hatte der Hamburger Kultursenator Dr. Biermann-Ratjen eine Plastik der Öffentlichkeit übergeben. Sie steht vor dem Bezirksamt Nord und ist – wie etwa 1000 andere Kunstwerke der Hansestadt – mit Steuergeldern bezahlt.

Circus mit Krone

Die Wähler hatten entschieden. Die Stimmzähler hatten sich zur Ruhe gelegt. Da fingen die anderen an: Achtzig Mann in 25 Wagen, mit Leimtöpfen, Pinseln und Plakaten.

Ein Zwischenfall...

Und drüben beobachtet alles ein junger Vopo Sichtlich nervös hält er sein Fernglas vor die Augen. Ihn beunruhigt diese Zufallsversammlung von etwa 25 jungen, beinahe gleichaltrigen Menschen, die auf ihn und seine zwei anderen Kameraden deuten und langsam der Mauer näherkommen.

Im Jahre 16 nach Hitler

Die Patentlösung, um aus bösen deutschen Nazis gute deutsche Demokraten zu machen, hieß „Entnazifizierung“. Die Alliierten ließen also ein Gebot ausgehen, daß jedermann sich entnazifizieren lasse, und die schlimmen Fälle kamen vor alliierte Militärgerichte: in der amerikanischen Zone 169 282, in der Sowjetzone 18 328 (später machten die Russen ausgerechnet den Amerikanern den Vorwurf, sie hätten zu viele alte Nazis ungeschoren gelassen), in der französischen Zone 17 353, in der britischen Zone 2296.

Mein Bild

Die Interview-Frage zu dem Bild, das ich liebe, setzte eine Harmlosigkeit voraus, die ich als Deutscher nicht mehr haben kann.

Wie absurd?

Das Leben sei absurd – lautet die These, die demjenigen einleuchten wird, der keine von den überlieferten Formen des geordneten Kosmos aus dem absurden Chaos hinnehmen will, die marxistische nicht und die christliche auch nicht.

Kleiner Kunstkalender

Vor drei Jahren war sein Werk in Deutschland zuerst ausgestellt. Freilich wußte man schon vorher, wer er war, auch wenn man seine Bilder noch nicht gesehen hatte, durch die Pollock-Epigonen, die action-painters in aller Welt.

Und das am grünen Holze...

Eine Zeitung liest man im allgemeinen, um sich über aktuelle Fakten und Begebenheiten zu informieren. Man kann allerdings auch einmal den Versuch machen, gleichsam umgekehrt vorzugehen, indem man im Besitz bestimmter Fakten und Ansichten nach der Form fragt, in welcher sich diese Fakten in einer bestimmten Zeitung niedergeschlagen haben.

Adua ist erledigt

Als ich neulich im Observer las, eine Vorhut von hundert englischen Non-Konformisten und Individualisten sei nach Ponza aufgebrochen, um diese italienische Insel, in der Annahme, daß sie vom Massen-Tourismus noch unberührt sei, zu erobern, setzte ich auf meiner imaginären Liste von möglichen Urlaubsorten hinter den Namen Ponza sogleich ein Kreuz.

Vergebliche Hoffnung

Daß Ernst Schnabel nach einigem Zögern sich entschloß, den Posten des Intendanten des Hamburger Senders anzunehmen, hat selbst den schlimmsten Pessimisten wieder einiges Zutrauen zum ach so gescholtenen Rundfunk gegeben.

Zeitmosaik

Es ist klar, daß ich altmodisch bin in den Augen unserer jungen Meister, uraltmodisch! Aber meine erste Absicht ist halt, das zu machen, was mir gefällt, wobei ich vor allem meine Persönlichkeit zu entfalten suche, mein zweites Anliegen ist, nicht langweilig zu sein.

Balzac und sein Paris

In den zwanziger Jahren hat der Rowohlt Verlag einen nahezu vollständigen deutschen Balzac in reizvollen kleinen Bändchen herausgebracht, übersetzt von ansehnlichen Schriftstellern wie Otto Flake, Walter Benjamin, Friedrich Sieburg, Ernst Weiss, Paul Zech, Franz Hessel.

Hüben und drüben:: Dokumentation

In der Ostberliner Wochenzeitung „Sonntag“ vom 17. September 1961 werden Auszüge aus Ansprachen gedruckt, die einige führende Repräsentanten des Kulturlebens in der DDR unlängst auf einer Sitzung in der Deutschen Akademie der Künste in Berlin (Ost) gehalten haben.

Zu empfehlen

ES ENTHÄLT der geliebten Galgenlieder zweiten und dritten Teil mit all den großen – und wir meinen: großen – Versen über die Titel- sowie über viele andere Helden, von Korf („man kennt ihn wohl genügend“) bis zu den Schwestern Lalacrimas und Lagrimaß.

Film

„Es geschah in diesem Sommer“ (Großbritannien, Verleih: Columbia) ... daß ein gut erzogenes englisches Mädchen von sechzehn in einem französischen Hotel – Château, Genre Loire-Tal – die Liebe kennenlernte.

Mein erstes Theaterstück

Jedes Drama, auch jedes Gedicht, hat einen epischen Kern. Kein Schriftsteller kommt ohne die Begebenheit aus, ohne die Signaturen einer Geschichte: Selbst ein Lyriker hat – und nicht nur insgeheim – etwas zu erzählen.

Fernsehen: Neue Heimat - verharmlost

Seit einem halben Jahr ungefähr haben wir über die „Familie Leitner“ nicht mehr gesprochen. Die Fruchtbarkeit dieser Sippe nimmt aber jetzt geradezu bedrohliche Maße an: An allen Ecken und Enden sprießen Kinder, die Verwandtschaft quillt bald über die Bildscheibe.

Theater

Der neue Darmstädter Intendant Gerhard F. Hering mußte seinen Spielplan auf dem Nullpunkt beginnen. Das Sellner-Ensemble hatte sich zerstreut, so daß Werkübernahmen unmöglich wurden.

Der Aufwertungs-Lorbeer ist welk

Wer noch nicht wußte, was Galgenhumor ist – im letzten Kriegswinter konnte er’s erfahren. Damals lief in Berlin das Wort um, es gebe eben stets, und selbst in einer solch verzweifelten Situation, Optimisten und Pessimisten .

Der Kongreß tagt

Seit Anfang der Woche ist die Finanzelite der freien Welt zur alljährlich im Herbst tagenden Konferenz des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank in der Wiener Hofburg versammelt; der „Wiener Kongreß“ nimmt seinen Lauf.

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