Die Hoffnung, die der Steuerzahler aus der Lektüre des Geschäftsberichts 1960 der Deutschen Lufthansa schöpfen könnte, wird in den abschließenden Bemerkungen sofort wieder zerstört: „Unser finanzielles Ergebnis 1961 wird ungünstiger ausfallen, als auf Grund des Jahresabschlusses 1960 erwartet werden durfte.“ 1960, das fünfte volle Betriebsjahr, brächte die bisher besten Ergebnisse. Der Verlust pro Tonnenkilometer konnte mehr als halbiert werden (von 14,53 Pfennig auf 6,14 Pfennig). Aus dem Bundeshaushalt brauchten nur noch 18,7 Millionen DM Betriebskosten zugeschossen zu werden, zehn Millionen weniger als im Vorjahr.

Wenn die Lufthansa wahrscheinlich dennoch auf absehbare Zeit in den roten Zahlen bleibt, so liegt das daran, daß sie, kaum flügge geworden, zu der schwierigen und kostspieligen Umstellung auf Düsenflugzeug gezwungen war. Die Flugzeuge, die heute mit dem blauen Vogel auf gelbem Grund die Ozeane überqueren, sind größer als die alten, doch die zusätzlichen Fluggäste blieben aus – wegen der weltpolitischen Spannungen oder wegen Kennedys „buy american“-Appell. Einnahmeeinbußen durch die DM-Aufwertung, Beschränkungen in Südamerika und Flaggendiskriminierungen in Entwicklungsländern sind weitere Faktoren.

Damit die unmodernen, jedoch relativ neuen Propellerflugzeuge für die Gesellschaft nicht ein „Klotz am Bein“ sind, müssen auf diese Flugzeuge Sonderabschreibungen vorgenommen werden, die der vorzeitigen Wertminderung durch die Umstellung auf Düsenflugzeuge Rechnung tragen. 1960 wurden dafür 20,3 Mill. DM aufgebracht (im Vorjahr: 10 Mill. DM), so daß sich der Bundeszuschuß insgesamt auf der gleichen Höhe hielt: 39,0 Mill. DM gegenüber 38,8 Mill. DM 1959. hm.

Die Liquidatoren der I. G. Farbenindustrie AG in Abwicklung geben bekannt: Die I. G. Farbenindustrie AG in Abwicklung hat an die drei Nachfolgegesellschaften – Badische Anilin & Soda-Fabrik AG, Ludwigshafen, Farbenfabriken Bayer AG, Leverkusen, Farbwerke Hoechst AG vormals Meister Lucius & Brüning, Frankfurt/M. – Hoechst – zum 30. 9. 1961 eine weitere Ratenzahlung von 12 Mill. DM auf die diesen Gesellschaften zustehenden Kapitalausstattungsansprüche geleitet. Die Nachfolgegesellschaften haben nunmehr auf ihre Kapitalausstattungsforderungen von bis zu 135 Mill. DM aus der Liquidationsmasse 96 Mill. DM erhalten.