RADIO BREMEN

Man darf nicht nur so dahinleben, nur an den Augenblick, an ein schönes Heim und ans Sattwerden denken. Man muß mit allem, was geschehen ist, fertig werden, sonst stellt sich unerbittlich die Angst ein. Das ist die Moral des neuen Hörspiels „Der Hund“ von Marie Luise Kaschnitz, das Radio Bremen in einer Inszenierung von Günter Bommert sendete.

Die Vergangenheit erscheint hier nicht nur in Gestalt eines Rußlandheimkehrers, dem es schwerfällt, sich in die neue Umgebung einzuleben, sondern auch und vor allem in Gestalt eines Hundes, den eben jener Heimkehrer in der Gefangenschaft von einem Kameraden bekommen hat. Der Mann hängt verständlicherweise an dem vierbeinigen Gefährten, seine Frau indes haßt ihn, weil er sie an Einsamkeit und Traurigkeit erinnert, weil sie fürchtet, in ihm habe sich „der Krieg versteckt“.

Um die Ehe nicht zu gefährden, will der Mann den Hund schließlich erschießen. Daran freilich hindert ihn sein früherer Kamerad, den die Autorin als „Fremden“ einführt und erst so spät identifizieren läßt, daß dem Hörer die Geschichte ziemlich konstruiert und unglaubwürdig vorkommt.

Schade um dieses Hörspiel, dem eine gute Idee, .zugrunde liegt, das in einigen eingeblendeten Dialogen durchaus poetische Kraft erkennen läßt, insgesamt aber nicht hält, was man sich von Marie; Luise Kaschnitz verspricht, hod