Eine Rose ist eine Rose, ist eine Rose, ist eine Rose. Dieses vielzitierte Wort der Gertrude Stein fällt mir ein, wenn ich vor den Auslagen unserer eleganten Porzellangeschäfte stehe. Eine Vase ist eine Vase ist eine Vase möchte ich den Designern zurufen (für die wir keinen deutschen Namen haben), wenn ich einige dieser als Vasen bezeichneten Gebilde betrachte. Nichts gegen ihre Schönheit und ihren Charme. Auch nichts gegen das Vergnügen, so etwas auf dem Kaminsims stehen zu haben. Was mich betrifft, so möchte ich freilich Blumen in Vasen ordnen können. Dieses Ansinnen soll einen Designer sehr verwundert, wenn nicht gar entrüstet haben.

Immerhin, niemand zwingt mich, eine derartige Vase, falls sie mir geschenkt wird, aufzustellen. Schlimmer finde ich, daß seit einigen Jahren auch Blumentöpfe und -schalen in zwar kunstvoller, aber höchst unpraktischer Kurventechnik geformt wurden. Die Frage, ob Blumenhändler eigentlich Blumenfreunde sind, bewegt mich auch, wenn ich die prunkvollen, die kostspieligen ‚Arrangementes“ betrachte, die zu festlichen Gelegenheiten geliefert werden. Sie sehen so wunderschön aus, aber die Pflege der Pracht verlangt häufig zu viel von den Beschenkten. Haben sie erst alle Seidenbänder, Drähte und Rindenstücke entfernt und festgestellt, wie kunstvoll Schnittblumen in Glasröhrchen zwischen die Blattpflanzen geschmuggelt wurden, scheitert das Begießen immer noch daran, daß Moos oder Kies die Schalen bis zum Rand bedecken oder daß die verschiedensten Pflanzen bis an die Grenze des Möglichen zusammengequetscht wurden. Der Schein, die Aufmachung ist, wie allzuoft, das Wichtigste.

Noch eine Frage: Müssen Sträuße, die in Krankenhäuser geschickt werden, stark duftende Blumen enthalten, die den Patienten Beschwerden machen und entfernt werden? Ist Denken wirklich Glückssache?