STUTTGART (Staatstheater):

„Draußen vor der Tür“ von Wolfgang Borchert

„In diesen Tagen, da wir aus verhängnisvollen politischen Träumereien über ein geeintes. Deutschland geweckt werden, an die Zeit zu erinnern, als es uns allen schlecht ging, in Ost- und Westdeutschland, ist eine mutige und gute Tat“ – mit diesen Worten kommentierte die Stuttgarter Zeitung den Entschluß des Schauspieldirektors Günther Lüders, die neue Spielzeit im Schauspielhaus mit „einem deutschen Totentanz“, 14 Jahre nach Borcherts dramatischem Aufschrei, zu eröffnen. „Ob das Stück die Jahre des Wohlstands überstanden hat? Die Frage wäre leichter zu beantworten, wenn die Aufführung mehr vom Wort her inszeniert worden wäre ... Otto Kurths Inszenierung war zu laut... Daß die Gestalt des Heimkehrers trotzdem faszinierte, ist das Verdienst von Karl Renar.“

„Eugen Onegin“ von Tschaikowskij

In der Stuttgarter Staatsoper war die Eröffnungsinszenierung dem Tschechen Bohumil Herlischka zugefallen, der mit einer höchst eigenwilligen Veränderung von Webers „Freischütz“ an der Deutschen Oper am Rhein im vorigen Spieljahr Protest erregt hatte. Auch Herlischkas Puschkin-Tschaikowskij-Inszenierung wurde jetzt von der Stuttgarter Zeitung als „eine Enttäuschung, die man vergessen möchte“, bezeichnet: „Dem Regisseur fehlte das Entscheidende: der Sinn für Noblesse.“ „Lenskis Arie vor dem Duell war eine der seltenen Augenblicke, in denen man seine Enttäuschung über die Unzulänglichkeit der Aufführung vergaß.“ Sie war von Josef Dünnwald musikalisch einstudiert und von Leno Bauer-Ecsy ausgestattet worden. Lenski: Josef Traxel, Tatjana: Lore Wißmann, Onegin: Raymond Wolansky.

ESSEN (Städtische Bühnen):

„Freischütz“ – „Schweigsame Frau“ – Absurde Einakter