Von Bernd Huffschmid

Es liegt auf der Hand, daß ein am Anfang der industriellen Entwicklung stehendes Land im allgemeinen zuerst und am nötigsten Pflüge und Wasserpumpen für die Landwirtschaft, Werkzeuge und unkomplizierte Verarbeitungsmaschinen etwa für Textilien, Holz und Leder braucht, bevor große Chemieanlagen und Hüttenwerke errichtet werden. Reparaturwerkstätten für landwirtschaftliche Geräte und Lastwagen sind zunächst wichtiger als Hochöfen. Eine Fahrradfabrik ist nützlicher als eine Autofabrik.

Bei diesen Erkenntnissen kann es sich natürlich nur um eine Faustregel handeln, die Ausnahmen zuläßt. Einen solchen Ausnahmefall unter den Entwicklungsländern stellt im Hinblick auf manche industrielle Großanlage Indien dar. In Indien haben deutsche Firmen das bisher modernste indische Hüttenwerk in Rourkela errichtet. Hierbei – wie auch bei anderen Großanlagen in Entwicklungsländern – ist allen Beteiligten deutlich geworden, daß eine große Anzahl von Voraussetzungen erfüllt sein muß, um das gesteckte Ziel zu erreichen.

Ganz allgemein wird man wohl sagen dürfen, daß drei Hauptbedingungen erfüllt werden müssen:

1. Eine gewissenhafte Beratung und gründliche Planung.

2. Eine besonders exakte Durchführung aller zum Projekt gehörenden Bauaufträge.

3. Die Inbetriebnahme und Inbetriebhaltung muß nach Fertigstellung der Anlagen genau und für längere Zeit überwacht werden.