Daß gerade dieser Mann gerade zu diesem Zeitpunkt nach Bonn kommt, ist gewiß kein Zufall – auch wenn der Besuch nur eine kurze Etappe auf einer Reise ist, die ihn um die halbe Welt führt. Soeben hat Humphrey in Rom erklärt, nach seiner Meinung könne man über die Oder-Neiße-Linie verhandeln. Wenig später fügte er zwar hinzu, dies sei beileibe noch keine offizielle Entscheidung Washingtons. Gewiß, aber bei einem Senator, der dem Weißen Haus um so viel nähersteht als jeder andere seiner Kollegen, interessiert doch auch die „private“ Meinung.

Soviel jedenfalls darf man wohl sagen: Mag die Bonner Mission Hubert Humphreys ein bißchen mehr oder ein bißchen weniger offiziell sein – im Palais Schaumburg wird es ein sehr ernstes Gespräch geben.