• NEW YORK – Im UN-Hauptquartier zeichnet sich ein Kompromiß über die Nachfolge Hammarskjölds ab: ein provisorischer Generalsekretär und fünf Stellvertreter ohne Veto-Recht (je einer aus dem Osten, dem Westen, Lateinamerika, Asien und Afrika).

Der Kompromiß läge darin, daß die USA ein Provisorium hinnehmen, die Sowjetunion ihr Troika-Projekt vorläufig aber zurückstellt.

  • DETROIT – 120 000 Arbeiter der Fordwerke sind in Streik getreten, weil sie ihre Forderungen bei den Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag nicht durchsetzen konnten.

Der Streik der Ford-Arbeiter und weitere Ausstände geringeren Umfangs stellen Kennedy vor schwierige innenpolitische Probleme. Sie gefährden sein ökonomisches Programm und die eben wieder angelaufene Erholung der Wirtschaft.

  • ACCRA – Washington zögert, Ghana die in Aussicht gestellten 100 Millionen Dollar für den Bau des Volta-Staudammes zu zahlen. Grund: die Annäherung Ghanas an Moskau. Präsident Nkrumah hat Kennedy ultimativ aufgefordert, sich bis zum 13. Oktober zu entscheiden.

Will Washington Nkrumah nur unter Druck setzen! Die Amerikaner werden sich hüten müssen, den Fehler von Assuan zu wiederholen.

  • OSTBERLIN – Die Sowjetzone erlebt in diesen Tagen ein großes Aufgebot sowjetischer Prominenz. Letzte Woche hat Moskaus Verteidigungsminster Malinowsky die sowjetische Heeresgruppe in Mitteldeutschland besucht. An diesem Wochenende wird der stellvertretende sowjetische Ministerpräsident Mikojan mit einer vielköpfigen Partei- und Regierungsdelegation an den Feiern zum 12. Jahrestag des Zonenregimes teilnehmen.

Eine ostentative Geste Moskaus, um dem Westen die Geschlossenheit des Ostblocks in der Berlinfrage vor Augen zu führen.