FÜR Menschen, die lieben und es schwer haben („lange noch nicht unsterblich genug ist ihr berühmtes Gefühl“):

„Liebe in unserer Zeit“, 32 Erzählungen, herausgegeben von Rolf Hochhuth, mit (zwei sehr bemerkenswerten) Essays von Otto Flake und Martin Beheim-Schwarzbach; Rütten & Loening Verlag, Hamburg; 633 S., 19,80 DM.

ES ENTHÄLT Liebesgeschichten von acht Berufsschriftstellern (darunter Stefan Andres, Hans Erich Nossack, Heinz Piontek und Jens Rehn), 10 Semi-Professionellen und 14 Amateuren.

ES GEFÄLLT nicht „als Literatur“ – die Geschichten der Berufsschriftsteller nehmen sich sonderbar aus in dieser Umgebung, und nicht von ihnen kommen die starken Eindrücke. Viel mehr wird der Leser bewegt von den weniger kunstvollen (noch immer durchaus „gekonnten“) Erzählungen, die so spürbar Selbsterlebtes aussagen. Das bißchen Glück, der große Schmerz, so, wie sie um die Mitte des 20. Jahrhunderts täglich und tausendfach erlebt, erlitten werden – in diesem Buch haben sie sich zusammengefunden: Es gibt Auskunft über Menschen; Trost, Bestätigung, Warnung für Liebende. Berichte wie „Resignation oder Geschichte einer Ehe“ (Brigitte Calden), „Frühe Erfahrung“ (Ingeborg Karasek) oder „Zonengrenze“ (Margarete Norweg) vergißt man nicht leicht: sie wirken, weil sie wahr wirken. – a. e.