Eine Kapitalerhöhung bei der Ernst Heinkel AG

(Stuttgart-Zuffenhausen) bezeichnete Vorstandsvorsitzender Alfred Klein in der ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft als notwendig. Wegen der recht knappen Kapitaldecke (4 Mill. D-Mark Grundkapital, daneben 0,26 Mill. DM Rücklagen) ergebe sich ein ständig hoher Kreditbedarf, der am Ertrag zehre. Klein wies auch darauf hin, daß die Gesellschaft in den letzten Jahren Altverbindlichkeiten in Höhe von 1,8 Mill. DM zurückgezahlt hat und daß noch ein gleich hoher Betrag aufgebracht werden müsse. Eine Kapitalerhöhung werde kommen müssen, die Einzelheiten werden bereits intensiv erörtert.

Für 1961 rechnet Klein mit der Zulassung von 13 000 (1960: 15 000) Heinkel-Rollern, den Umsatz in Rollern veranschlage man für 1961 mit 24 Mill. DM um rund 8 Mill. DM niedriger als im Vorjahr. Die Umsätze der anderen Fertigungszweige, darunter Einbaumotoren, Kurbelwellen, Getriebeteile, Zahnräder, Bauteile zu Flugzeugzellen und Teile zu Flugtriebwerken, dürften mit 21 Mill. DM um 2 Mill. DM höher liegen, so daß mit einem Gesamtumsatz von rund 45 (52) Mill. DM gerechnet werden könne. Der Auftragsbestand beläuft sich zur Zeit auf rund 34 Mill. DM, wovon 13 Mill. DM auf Röller und 21. Mill. DM auf anderes Gerät entfällt.

Die Hauptversammlung beschloß antragsgemäß, für 1960 unverändert 8 vH Dividende zu verteilen. Der Aufsichtsrat wurde auf Grund des Übergangs der Mehrheit der Aktien auf die Familie Heinkel, die jetzt wiederum 90 vH des Grundkapitals besitzt, neu gewählt; er besteht aus Erhard Elger (Deutsche Bank AG), Hans Nürnberger (wiedergewählt) und Karl-Ernst Heinkel (alle Stuttgart) sowie Dr. Rudolf Kronenberger (Bad Salzuflen). Dem Vertreter der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Dr. Manfred Prechtl (Stuttgart) wurde zugesichert, daß die Interessen der Kleinaktionäre auch in Zukunft gewahrt bleiben. V. D.