Eine Reihe guter Sendungen, keine von ihnen gut genug, läßt man die Abende beiseite, an denen das Fernsehen auf Eigenes verzichtete und purer Bildübermittler blieb – also die Übertragungen des Catharine-Dunham-Balletts oder der Puccini- und Einem-Opern. Der Einwand gilt den Berichten, vor allem Edmund Ringlings Reportage über „Das Bauhaus vielleicht auch Joachim Heldts und Rudolf Gillhausens Filmbericht „Aufbruch eines Kontinents/Projekt Panafrika“.

Außer Frage steht, daß das Bauhaus eine Sendung lohnt, vorausgesetzt, sie ist lebendig gemacht und bringt die führenden Köpfe vor. die Kamera. An beidem mangelte es, Ringling blieb sehr lehrhaft und theoretisch, vor allem aber wurde man nur mit Georg Muche bekannt gemacht, der zwar ein bedeutender Mann ist, dem Bauhaus jedoch nicht unbedingt die Richtung gewiesen hat. Die beiden Männer, die das getan haben, leben noch, wenn auch in Amerika. Weshalb schickte man nicht Thilo Koch oder Werner. Baecker zu einem Besuch bei Gropius und Mies van der Rohe Es wäre bei dieser Gelegenheit an Amerikas neuen Städten sichtbar zu machen gewesen, wie das Gedankengut dieser Bauhauslehrer das Antlitz der Neuen Welt mitbestimmt.

Über die Afrika-Reportage läßt sich noch nicht viel sagen, dies war nur der erste Teil, eine ganze Serie steht uns noch bevor. Acht Monate sind die beiden Autoren im Auftrag des Fernsehens kreuz und quer durch Afrika gefahren, die erste Folge ließ aber nicht: erkennen, ob sie dabei zu nennenswerten Erkenntnissen gekommen sind. Man wird abwarten müssen, ob man am Ende eines Berichts über den afrikanischen Nationalismus mehr erfahren hat, als daß die Afrikaner sehr nationalistisch sind. lupus