Otto v. Loewenstern: „‚Freund und Helfer‘ – ohne Knigge“, ZEIT Nr. 40

Wollten Sie im Ernst behaupten, der Anteil der schwarzen Schafe wäre bei der Polizei größer als bei anderen Berufen? Sicher nicht; aber war Ihnen nicht bewußt, daß ein solcher Eindruck entstehen könnte, und daß mit Sicherheit Ressentiments geweckt werden würden? Sie wissen doch sicher, wie viele Polizisten allein seit Kriegsende im Dienst getötet wurden, auch von Kraftfahrern. Natürlich sind Sie im Recht, wenn Sie einzelne Übergriffe anprangern wollten, aber gerecht gewürdigt wurde doch wohl nicht. H. Behm, Hannover

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Die Mängel der Polizei, die Sie aufweisen, scheinen in der Einheitslaufbahn der Polizei begründet zu sein. Viele, die eine gute Schulbildung besitzen und fähig sind, in der Polizei zu dienen, tun es nur deshalb nicht, weil sich ihnen anderswo weit bessere Startbedingungen und Fortkommensmöglichkeiten bieten. Das hat zur negativen Personalauslese geführt.

Selbst an klugen und überlegenen Vorgesetzten scheint es der Polizei sehr zu mangeln. Als symptomatisch mag man die in Ihrem Artikel angeführten Beispiele werten, die oft peinlichen Streitereien mit Beamten, deren Besserwisserei und Belehrfreudigkeit genauso bekannt sind wie ihre nicht selten verblüffenden Unkenntnisse über die Rechte des Staatsbürgers, und die es nicht anders machen können, weil sie es nicht besser gesehen und gelernt haben.

Peter Thielke, Beamter, Hamburg

H. W.: „SS-General und Parlamentarier“, ZEIT Nr. 41