Mehr Knaben durch Strahlen

Die Wahrscheinlichkeit, Vater eines Sohnes zu werden, ist bei all denen, die mit Röntgenstrahlen und radioaktivem Material zu tun haben, besonders groß. Das jedenfalls hat Professor Katsumi Tanaka von der Medizinischen Akademie in Tokio bei einer statistischen Durchmusterung von 6000 Radiologen-Familien festgestellt: Die Zahl der Knabengeburten lag zweieinhalb Prozent über dem statistischen Erwartungswert.

Jeder männliche Zellkern enthält ein XY-Chromosomenpaar, während die weiblichen Zellen statt dessen zwei X-Chromosomen besitzen. Durch Bestrahlung, so nimmt Tanaka an, werden die X-Chromosomen in den männlichen Keimzellen Mutationen unterworfen, so daß die Y-Chromosomen eine größere Chance haben, bei der Befruchtung zum Zuge zu kommen.

Strom verhütet Blutgerinnung

An der Universitätsklinik in Rochester im Staate New York gelang es den Chirurgen Schwarz und Richardson, mit einfachen Hilfsmitteln die Bildung von Blutgerinnseln bei Operationen zu verhüten. Die Methode, die zunächst nur an Tieren erprobt wurde, beruht auf der Erkenntnis, daß de Oberflächen der Blutzellen elektrisch negativ geladen sind. Feine Stahlröhrchen werden in die Venen oder Arterien, die im Operationsgebiet enden, eingeführt und mit einer Taschenlampenbatterie negativ aufgeladen. Von dieser Ladung abgestoßen, bilden die Blutzellen dann keine Gerinnsel mehr.

Die beiden Forscher glauben nicht, daß sich diese Methode auch zur Behandlung von Thrombosen erweiten läßt. Blutstropfen, die sich bereits gebildet haben, – kann man elektrisch nicht mehr auflösen.