C. M., Berlin

Die junge, sehr hübsche Dame drückte auf eine Hupe amerikanischer Bauart. Ein lauter, tiefer Ton ließ die Besucher in der Halle der Vereinigten Staaten zusammenfahren: Doch schon erscholl die Stimme des Erklärers, der die Hupe bereits anpries – besonders bei Nebel sei sie sehr nützlich. Er sagte auch, daß viele Amerikaner ihre Ferien auf dem Wasser verbrächten, und daß hier die Besucher Gelegenheit hätten, sich über den modernsten Stand amerikanischer Motorboote, Jollen und Außenborder zu informieren. In einem kleinen Wasserbecken schaukelten einige Boote, die viele Besucher zu Entzückungsschreien hinrissen: Boote aus Kunststoff, raffiniert in der einfachen Linie und voller Farbenpracht. Lenkräder und Armaturen zogen sofort kleine Kinder an, die bei den „Amis“ alles berühren durften.

In einer anderen Ecke waren kleine Maschinen zur Gartengestaltung aufgebaut: winzige Traktoren, Pflüge und Eggen, die jedes Kleingärtner-Herz höher schlagen ließen. Und hier kam es auch zu der ersten „Panne“: Gerade – es war kurz vor „Toresschluß“ – wollte der junge Mann seinen Vortrag beginnen, als eine blonde Schönheit unterbrach: „Schluß jetzt, is Feierabend!“

Der Ansager entgegnete mit den Worten: „Ich bedanke mich.“ Ein älterer Berliner sagte zu seiner Frau: „Die Kleene sollte man verhauen!“

Die Bundesbahn zeigte einige neue Waggons, einen besonderen Autotransport-Wagen und einen D-Zug-Wagen, und ließ die größte Modelleisenbahn der Bundesrepublik über einen großen Tisch rattern. Dort stehenzubleiben, war wirklich nicht gut für die Schuhe: Kleine Kinder drängten sich nach vorn – ohne Rücksicht auf Erwachsene, die mit verzückten Mienen den kleinen Güterzügen nachschauten. Dem Herrn Stellmeister fuhr nach zehn Minuten der vierte Zug über die Finger: Er ertrug es mit Fassung und hatte dennoch Zeit, den Besuchern alles präzis und ausdauernd zu erklären.

In einer anderen Halle sah man alte Autos und Motorräder. Wagen, die jedem Schnauferl-Club zur Ehre gereicht hätten, standen dort – noch heute zugelassen! „Alle Modelle sind unverkäuflich“, besagte ein kleines Schild. Und doch gab es Besucher, die gern verhandelt hätten.

In den Hallen, wo man ganze Wohnungen eingerichtet hatte, standen die Jungvermählten oder die, die es noch werden wollen. Sogar Klaviere hatte man dort ausgestellt. Eine junge Schönheit spielte gerade Chopin, als einige „Halbstarke“ mit Kofferradios dazukamen. „Schwesterchen, spiel doch mal ’nen Boogie!“ „Schwesterchen“ tat es. Einige wippten den Takt mit, andere lauschten einigermaßen verdutzt. „Was war nun besser fragte der Vater seinen etwa 16jährigen Sohn. „Na det letzte natürlich. Die Ische is doch ne Wucht-Wumme, oder findste nicht?“

Gefehlt haben allerdings die Besucher aus der Ostzone und Ost-Berlin. Ihre speziellen Schalter blieben geschlossen...