Montags hatte ich die Telephonrechnung bezahlt. Dienstags war die Leitung tot. Ich rief von meinem zweiten Apparat die Bundespost an. "Dann haben Sie wahrscheinlich die Rechnung nicht bezahlt", tönte es vom anderen Ende. – "Ich habe die Rechnung bezahlt. Gestern ..." – "Das ist zehn Tage zu spät", erklärte die Dame. Ich war böse: "Und dann stellen Sie einfach den Anschluß ab? Ohne Ankündigung?" – "Na, hören Sie mal", sagte die Dame ärgerlich, "wo kämen wir denn hin, wenn wir das jedesmal ankündigen wollten. Schließlich haben Sie ja irgendwann eine Mahnung bekommen ..."

Ich hatte tatsächlich "irgendwann" eine Mahnung bekommen – für beide Anschlüsse. Für die eine Nummer wurde bezahlt, für die andere nicht. Irgendwer im Büro hatte es vergessen. Das gibt es einmal. Dennoch bin ich der Ansicht: Ich bin ein guter Kunde der Post und in der Regel auch ein pünktlicher Zahler. Das muß die Post wissen. Das ist wohl in der Buchhaltung nachzuprüfen. Und als guter Kunde will ich nicht so behandelt werden. Kein Kaufmann würde mich so behandeln. Nur die Post erlaubt sich das; vielleicht deshalb, weil ich nicht zur Konkurrenz gehen kann? Bin ich Post-Kunde oder Post-Kuli?

Es ärgert mich auch immer, wenn ich in einer fremden Stadt meine Telephongespräche auf einem Postamt anmelden muß. Dann gibt es immer den gleichen Dialog:

"Bitte Hamburg 32 10 91!"

"Aufschreiben!" Mit Schwung fliegt mir ein Block vor den Bauch. Ich schreibe gehorsam und gebe es ab.

"Drei Mark hinterlegen!"

Ich zahle drei Mark und wünsche eine Quittung. "Es gibt keine Quittung!"