Von Wolfgang Altendorf

Zwischen Fluß und Damm, am Fuße des badischen Städtchens, das den Hügel bedeckt, dehnt sich das Wäldchen. Aus niedrigem Buschwerk, aus hochstämmigen Pappeln besteht es, auch aus Buchen hier und dort und sogar aus einigen jungen Fichten.

Der Fluß ist groß, ja gewaltig: fließt breit und mächtig, aber meist geruhsam durch die Ebene. Zwischen den Krippen, den schmalen Wällen aus aufgeschichteten Steinen, sammelt sich der angeschwemmte Kies.

Die ständig beschnittenen Weiden neigen ihre Klotzköpfe dem Fluß zu. Im Frühjahr zumeist, wenn im Gebirge die Schneeschmelze die Bäche füllt, tritt er über das Ufer, drängt sich schwellend in den schmalen Hafen und flutet bis zu den Häusern heran, ergießt sich doppelt breit durch das Wäldchen bis zum Damm, der die Felder der Niederung und die Schrebergärten schützt.

Dann kreuzen wir in unseren Paddelbooten durch die Säulen der Stämme, deren herabgerückte Kronen sich über uns wölben. Und das Getier wandert in Scharen in die Weinberge am Hang.

Am Becken des Hafens sitzen von früh bis spät, im Nebel oft wie zusammengekauerte Schatten, die Angler. Einige von ihnen angeln auch in den Tümpeln des Wäldchens, im Spätsommer mit Moskitoschleiern über den Köpfen.

Im Wäldchen und im Revier der angrenzenden Felder, auch auf den Weinbergshügeln zwischen den Zeilen, gibt es Fasanen, Rebhühner und Kaninchen. Der Amtsgerichtsrat besitzt einen abgerichteten Falken, der auf wilde Tauben und Kaninchen stößt. Der Schrei des Falken ist hier fremd, wie auch das bunte Federspiel und de dämonische Kappe.