Gegenüber der Bushaltestelle lag die alte Mühle. Ich setzte mich in ihren Schatten und sagte zu dem Müller, der am Fenster saß: "An der hängt wohl jeder?" Die beiden Damen, die mit mir ausgestiegen waren, wollten sich auch in den Schatten der alten Mühle setzen, aber der Müller sagte: "Das ist nur eine Bank für zwei, und sie ist so alt wie die Mühle!"

Dann entfernte sich der Müller von dem Fenster, und die eine Dame sagte: "Die Müllersfamilie lebt seit vier Generationen in der Mühle..." Ein Hahn krähte, und die andere Dame bemerkte: "Das ist der Hahn vom Gastwirt. Er muß sein, hat er gesagt, weil er jetzt auch Fremdenzimmer hat."

Ich ging hinter den beiden Damen her. Sie wollten in die Kirche, aber die Kirche war noch geschlossen. "Sie ist frisch gestrichen worden", sagte die eine Dame, "wie das riecht."

Vor der alten Schmiede stand eine Schubkarre mit Ballonreifen, auf der Schutt lag. "Hinter der Schmiede liegt auch Schutt", sagte die andere Dame, "aber drinnen ist es noch so wie letztes Mal " Der Weg zum Quellental führte an der Schmiede vorbei. Aber am rechten Ufer des Quellentals stand ein Schild mit der Aufschrift "Baustelle", am anderen Ufer ein Kran.

Ich kehrte um und ging in das Gasthaus. Der Wirt sagte: "Bei der alten Mühle waren Sie auch schon, nicht?" Ich erwiderte: "Und bei der alten Schmiede und bei der alten Kirche und im Quellental."

"Die Schmiede muß weg", sagte der Wirt, "da war die Todeskurve, und im Quellental wird gebaut. Das Quellwasser wird umgeleitet, aus dem Quellental wird ein Schwimmbad und auf den Hügel, von dem aus man auf das Tal blicken konnte, kommt eine Siedlung."

"Aber die alte Mühle steht unter Denkmalschutz", sagte ich. "Das haben zwei Damen im Bus gesagt."