DORTMUND (Museum am Ostwall): Louis Soutter

Eine Ausstellung von Bildern des Schweizers Louis Soutter (1871 bis 1942) in Lausanne 1937 hatte keinen Erfolg, obwohl der große Architekt Le Corbusier auf ihn aufmerksam gemacht hatte. Auch spätere Ausstellungen blieben ohne wesentliche Resonanz. Erst seit der „Retrospektive“ im Frühling dieses Jahres im Lausanner Musée cantonal des Beaux-arts scheint Soutters Anerkennung gesichert. Soutter hat reale und imaginäre Landschaften gemalt, Wasser, Blumen, Bäume, religiöse und mythologische Szenen, Aktfiguren – und Spiralformen. Er hat Bilder von Raffael, Veronese, Pollaiulo und Carpaccio „übersetzt“ und abgewandelt. In seiner Spätzeit, als seine Sehkraft erheblich nachließ, hat er zu einem neuen Instrument gegriffen: Er hat sich der Fingerkuppe bedient, hat sie in Tusche getaucht und mit ihr Zeichnungen hergestellt. Mit wem der Künstler verwandt ist? „Hinweise auf Kubin, auf Nolde oder Rouault, auf das Späfwerk Klees und vorweggenommenen Tachismus oder auf afrikanische Negerzeichnungen und Felsenbilder, sie alle sind möglich, aber nicht notwendig“ (so im Vorwort zum Katalog).

HAMELN (Der Kunstkreis): Willi Baumeister

Der Maler Willi Baumeister, geboren 1889, gestorben 1955 in Stuttgart, ein großer Repräsentant abstrakter Kunst, wurde 1933, als das Dritte Reich hereinbrach, in Frankfurt, wo er an der Kunstschule fünf Jahre die Klasse für Gebrauchsgraphik geleitet hatte, entlassen. Zwar war er kein Expressionist, aber Neoplasfizismus und Konstruktivismus gehören zu seinem Stil, er holte sich Anregungen bei den Azteken und der Kunst Afrikas, ebensosehr ist er ein Exponent des technischen Zeitalters. Seine Bilder erstreben, ähnlich wie bei dem Russen Kasimir Malewitsch und bei dem Holländer Piet Mondriaan, Einfügung in architektonische Ordnung. – Die Ausstellung wird bis zum 5. November gezeigt. D. Z.