An der sonnigen Cote d’Azur – hundert Kilometer von Marseille entfernt – liegt eine fast vergessene Insel, die Isle des Embiez. Jahrzehntelang lag sie in ihrem Dornröschenschlaf – unbeachtet von Reiseunternehmen und Touristen. Jetzt erschien der Pastis-Millionär Ricard, kaufte die Insel und baut sie zu einem hochmodernen Touristen-Zentrum aus. „Es ist meine dritte Insel“, sagt der Absinth-König. „Nummer eins ist Bendor, das Paradies für reiche Leute. Nummer zwei, die Insel Bendonette, kann man eigentlich nicht zählen; sie liegt in der Saône und ist so winzig, daß gerade eine Person darauf stehen kann. Aber die neue Insel hier, sie soll bei allen Bequemlichkeiten des modernen Lebens in der Hauptsache durch ihre annehmbaren Preise von sich reden machen.“

Die verzauberte Vergessenheit auf der Insel des Embiez ist also vorbei. Achtzig Hektar Inselland sollen kultiviert werden. Die Planierraupen ächzen über das Felsgestein, und die Detonationen der Sprengstoffladungen dröhnen über das Meer. Millionär Ricard ist dafür berühmt, daß er seine Geschäfte schnell abwickelt. So werden wohl auch nicht Jahre vergehen, ehe seine Insel Nummer drei in Touristenkreisen bekannt ist – man wird mit Monaten rechnen müssen. H. J. W.