...auf fünf Fragen, die die ZEIT ihnen stellte

Ernst Schnabel antwortet:

1. Ja, viele, lebende und tote. Sie haben einander aber immer so schnell verdrängt, daß es sich kaum lohnt, ihre Namen jetzt noch zu nennen. (Das heißt: Es lohnt sich nicht mehr, weil ihr Einfluß auf mich verwischt und überdeckt ist von anderen Einflüssen.) Ich glaube ehrlich zu sein, wenn ich sage, daß es mir dabei immer weniger auf die Vorbilder als auf die Beispiele angekommen ist. Ich las sie, um mir Mut zu machen. Das Schreiben hat immer meinen ganzen Mut gekostet, oft eben auch ein wenig fremden.

Meine Bewunderung für einige dieser Autoren ist inzwischen arg verblaßt, Anhänglichkeit aber bewahre ich allen.

Ich lese auch heute noch, wenn mir alles über den Kopf wächst, in fremden Büchern, um mir bestätigen zu lassen, was und daß etwas möglich ist. (Dabei kommt es vor, daß mir eine alte, vergessene Seite unter die Augen kommt, die ich selber geschrieben habe. Auch das macht mir Mut, mitunter, wenn ich mir auch klar darüber bin, daß es der gefährlichste Einfluß ist, dem ich mich aussetzen kann.)

2. „Ich und die Könige“.

3. Ja, zufällig kommt so etwas vor. Es befremdet mich immer, was ich da lese, auf gute, auch auf ungute Weise. Die schlimmsten Augenblicke sind diejenigen, in denen man sich sagt: Das kannst du heute nicht mehr... Verglichen mit ihnen sind die Zeiten der Scham ein glattes Kinderspiel.