Die Schriftsteller leben heute in Saus und Braus, fahren schwere Wagen, liegen in ständiger Fehde mit a) der Tradition, b) ihren Verlegern, c) der Kritik, stehen links oder nicht links ... All dies und vieles andere kann man hören.

Als wir es oft genug gehört hatten, wollten wir es endlich einmal genau wissen: Wie ist. das nun eigentlich?

Wir befanden uns dabei in der glücklichen Lage, nicht auf den „repräsentativen Querschnitt“ der Demoskopen angewiesen zu sein; etwas Mühe (unsererseits) und viel guter Wille (seitens der Schriftsteller) ermöglichten uns den Idealfall für Statistiker: die Totalbefragung.

Wir haben an 26 Schriftsteller 36 Fragen gerichtet – und 20 haben uns geantwortet, nämlich, in alphabetischer Reihenfolge: Alfred Andersch, Ingeborg Bachmann, Heinrich Böll, Hans Magnus Enzensberger, Max Frisch, Gerd Gaiser, Günter Graß, Wolfgang Hildesheimer, Walter Jens, Uwe Johnson, Erich Kästner, Wolfgang Koeppen, Siegfried Lenz, Arno Schmidt, Ernst Schnabel, Wolfdietrich Schnurre, Martin Walser, Karl Wittlinger, Carl Zuckmayer und einer, der ungenannt bleiben möchte. Ungenannt bleiben möchten ferner zwei dieser Schriftsteller insofern, als sie uns zwar erlaubt haben, ihre Auskünfte in eine allgemeine Studie einzubeziehen, jedoch mit der Bitte, nicht zitiert zu werden. Sieben weitere schließlich haben von der Zusage, ihre Antworten, falls erwünscht, als vertraulich zu behandeln, bei einzelnen Fragen Gebrauch gemacht.

Die Entscheidung, daß die befragten 26 Schriftsteller stellvertretend für die deutsche Literatur von heute stehen dürfen, haben wir wiederum nicht allein getroffen und uns dabei schon gar nicht von persönlichem Geschmack leiten lassen; sie ergab sich aus der Summierung von Auskünften, die wir bei Buchhändlern, Kritikern, Verlegern, Autoren und sachverständigen Lesern einholten.

Soweit die technischen Voraussetzungen, die erläutert werden mußten, um den Anspruch zu begründen, der ja in der Behauptung liegt: So leben deutsche Schriftsteller heute!