1. Deutsche Klassik –

Joh. Seb. Bach: Messe in h-moll; a) Fritz Werner mit Ingeborg Reichelt, Elisabeth Fellner, Renate Günther, Helmut Krebs, Franz Kelch, dem Heinrich-Schütz-Chor in Heilbronn und dem Kammerorchester in Pforzheim (Erato LDE 3073/75, in großer Seidenkassette 84,– DM); b) KarlRichter mit Maria Stader, Hertha Top per, Ernst Haerfliger, Kieth Engen, Dietrich Fischer-Dieskau und den Münchener Bach-Ensembles (Archiv Produktion der Deutschen Grammophon Gesellschaft Mono 14 190/92, Stereo 198 190/92 je 75,– DM).

Zu den bereits vorhandenen drei Aufnahmen des Werkes von Karajan, Jochum und Scherchen treten jetzt diese beiden neuen, von denen die zweite auch in Stereoform angeboten wird (die Preise der Mono- und Stereoausgaben sind neuerdings von allen Gesellschaften vereinheitlicht worden). Die französische Erato-Ausgabe wurde in der Hauptsache mit deutschen Gesangskräften aufgenommen – wir kennen sie teilweise von den Kantaten und der Matthäus-Passion her; der französische Bach-Forscher und Sorbonne-Professor Norbert Dufourcq hat eine ausführliche Einleitung und außerdem eine gründliche musikalische Analyse (in französischer Sprache) zu der Erato-Ausgabe des Werkes geschrieben. Die deutsche Ausgabe enthält ebenfalls einführende Angaben, außerdem den vollen Text der Messe in lateinischer, deutscher, englischer und französischer Sprache. – Beide Interpretationen sind vorzüglich.

2. Ausländische Klassik –

Gabriel Faure: La Bonne Chanson, ein Liederzyklus nach Gedichten von Verlaine, g und neun Lieder nach verschiedenen französischen Dichtern; Gérard Souzay mit Dalton Baldwin am Flügel (Philips A 02 059 L 25,– DM).

Faure gehört zu den Komponisten, die, wie seinerzeit Brahms und Bruckner, nur langsam die Grenzen ihres Landes überschritten haben. Als erster deutscher Sänger hat uns Fischer-Dieskau den Verlaineschen Liederzyklus geboten. Neuerdings hat sich der als Schubert- und Schumannsänger rühmlich bekannte französische Bariton Gérard Souzay um die weitere Verbreitung der zurückhaltenden, jede Sensation und alle Exzentrizitäten ängstlich vermeidenden Komponisten verdient gemacht. Faures in erster Linie auf die Melodie bedachter Stil, der viel stille Schönheiten enthält, wird uns hier in idiomatisch reiner Form dargeboten. Daltons Klavierbegleitung ist phantasie- und farbvoll.

3. Moderne Musik –