Politik

Die "Parteifeinde"

Unter „Parteifeinden" versteht man in der Sowjetunion die inzwischen gestürzten Widersacher Chruscht

+ Weitere Artikel anzeigen

Wirtschaft

"Energie aus dem Nichts"

Frankreichs Atomwirtschaft schickt sich an, im Wettbewerb um die friedliche Ausnutzung der Kernenergie zu den „Großen Drei" aufzuschließen.

Norddeutscher Lloyd setzt Dividendensignal

T~" er Norddeutsche Lloyd, Bremen, hat für das l— Geschäftsjahr 1960 das Dividendensignäl vorgeheißt. Das gegenüber 1959 leicht angestiegene Reedereiergebnis — der Zuwachs wird mit rund 1 8 Mill.

+ Weitere Artikel anzeigen

DIE ZEIT

Der Kanzler der Koalition

Mitte der Woche hätte nun endlich der Bundeskanzler gewählt werden sollen. Aber wieder hat der Streit um zweitrangige Fragen diese wichtige Entscheidung verzögert, so als gäbe es heute keinerlei ernsthafte Probleme für uns.

Der Osten hofft auf Adenauer

Nur ein Querschuß der Bundesregierung könnte neue Schwierigkeiten vor Beginn der Ost-West-Verhandlungen hervorrufen. Mit diesen Worten interpretieren Ostdiplomaten in Berlin die Lage nach der Chruschtschow-Rede auf dem XXII.

Die mißtrauischen Partner

Der Bundeskanzler soll noch in diesen Tagen gewählt werden, vielleicht schon am Freitag, spätestens aber am Montag. Indes tauchen bei den Verhandlungen der beiden Koalitionspartner immer neue Schwierigkeiten auf, und auf beiden Seiten gibt es viel Ärger.

Der letzte Preuße

In der vorigen Woche starb kurz nach seinem 91. Geburtstag in Lindau Graf Siegfried zu Eulenburg, Herr auf Wicken in Ostpreußen.

Londons Ansichten zu Berlin

Im Foreign Office beginnt sich im Hinblick auf die Berlin-Krise eine Stimmung nüchternen Optimismus auszubreiten. Der Eindruck verstärkt sich, daß die beiden Supermächte ihre Propaganda-Munition erst einmal verschossen haben und daß die Wogen der moralischen Emotionen, die Englands Diplomaten stets als größere Gefahr für Frieden und Wohlstand empfunden haben als die Gammastrahlung, allmählich verebben.

Lord Home – ein Rätsel?

Der Erfolg, den der gegenwärtige britische Außenminister Lord Home insbesondere in den Vereinigten Staaten genießt, rührt sicher zum guten Teil daher, daß er jenen Aristokraten, die in der Bildreklame für schottischen Whisky eine so große Rolle spielen, auf angenehme Weise ähnlich sieht.

Zeitspiegel

„Zwischen der Behandlung jener im Palais des Sports zusammengetriebenen Algerier, die auf ihre ‚Rückführung‘ warten, und der Mißhandlung der Juden, die während der Nazi-Besetzung in Drancy ihrer Deportation entgegensahen, vermögen wir keinen Unterschied zu erkennen.

Die „monolithische Einheit“ des Ostens ist vorbei

Andererseits gibt es offensichtlich auch Widerstände gegen die neue Linie in der sowjetischen Nationalitätenpolitik, vor allem gegen die im Parteiprogramm aufgenommene These über die zukünftige Verschmelzung aller Völker der Sowjetunion – eine höfliche Umschreibung für die Russifizierung der nichtrussischen Gebiete.

Drohungen und Konzessionen

Unter diesen Bedingungen der verbitterten innenpolitischen Auseinandersetzung in der Sowjetunion und des Dreieck-Kampfes innerhalb des Ostblocks haben die außenpolitischen Erklärungen Chruschtschows auf dem Parteikongreß weniger Aufmerksamkeit gefunden, als es sonst der Fall gewesen wäre.

Algerische Sturmflut mitten in Paris

Den überraschten Restaurateuren blieb keine Zeit, ihre Terrassen zu räumen und das Mobiliar in Sicherheit zu bringen. Wie eine Sturmflut – und doch unheimlich gebändigt – wälzte sich die gegen 2000 Köpfe zählende Masse von Arabern gegen das Zentrum von Paris und war plötzlich da, diszipliniert, aber unaufhaltsam.

Ein Leutnant und 8 Mann

Die Amerikaner erzwangen am Sonntagabend zum erstenmal seit dem 13. August den unkontrollierten Durchlaß durch die Ulbricht-Mauer.

Rassenkampf in Paris

In Paris treibt der Polizeichef Papon die Algerier zu Hauf, die von den FLN-Führern zu Demonstrationen verleitet, oft genug dazu gezwungen wurden.

Brauchen wir ein Forschungsministerium?

In Bonn erwägt man, ein Forschungsministerium einzurichten. Solche Pläne erfahren immer großen Auftrieb in den Zeiten, in denen neue Ministerien für nicht vorhandene Minister gesucht werden.

„Brussel“ oder „Bruxelles“

Wie gefährlich leicht das Pendel zu weit ausschlagen kann – dafür gab Brüssel ein Beispiel, wo 60 000 Flamen gegen die Wallonen demonstrierten.

Der gekrönte Häuptling der Zulus

Zum erstenmal in der Geschichte des Friedensnobelpreises ist diese höchste Auszeichnung einem Afrikaner zugesprochen worden: dem 64jährigen ehemaligen Zulu-Häuptling und Präsidenten des „Afrikanischen Nationalkongresses“ der Südafrikanischen Republik, Albert Luthuli.

Die Gleichung des Schreckens

Die Sowjetunion wolle keinen Atomkrieg, aber sie fürchte ihn auch nicht, denn auf jeden Fall werde das „sozialistische Lager“ Sieger bleiben – auf diesen Nenner hat Marschall Malinowski beim XXII.

Nordrhein-Westfalen: Am deutschen Rhein

Du sprichst ja so ggge-brochen Englisch...“ Der eine Freund tippt dem anderen auf die Brust und beide lachen sich halbtot. Beide können sich kaum auf den Beinen halten.

Hamburg: SA endlich verboten

Es könnte doch, so wurde dem Bürgermeister zugeflüstert, unliebsames Aufsehen erregen, wenn etwa in Paris ein Auto von der Elbe mit dem Kennzeichen HH-SD.

Bremen: Auf das „P“ kommt es an

Für den motorisierten Zeitgenossen ist das Parken in einer Großstadt, wie jeder weiß, ein Alptraum. Nicht nur, daß es überall zuwenig Abstellplätze gibt, daß (wenn man sich trotz aller Widrigkeiten einen Platz vor einer geldschluckenden Parkuhr erkämpft oder „erwartet“ hat) plötzlich die notwendigen Groschen fehlen nein, auch die Bestimmungen sind zu kompliziert.

Berlin: Der Turm des Anstoßes

In der Nähe des Bahnhofs Gesundbrunnen im West-Berliner Bezirk Wedding steht ein alter Wasserturm. Er steht einwandfrei auf West-Berliner Gebiet, das hier vom Ost-Sektor nur verwaltet wird.

Hessen: Wer ließ Ewald Kunz laufen?

Strafantrag gegen Unbekannt wegen fahrlässiger Körperverletzung mit Todesfolge wird der Deutsche Kinderschutzbund e. V. beim Oberstaatsanwalt in Wiesbaden stellen.

Zeitfragen: Was heißt das nun?

Eine Glosse in unserer letzten Nummer beschäftigte sich mit der Frage „Was heißt ‚die deutsche Literatur‘?“ Auf vierzig Zeilen wurde – sehr kurz, also vereinfachend – von unseren Bemühungen geredet, ZEIT-Lesern ein unvoreingenommenes, ungefärbtes Bild zu geben von dem, was das literarische Nachkriegs-Deutschland repräsentiert.

Akademische Besinnung tut not

Aber man wollte kein Fürsorgewesen. Der Gedanke der Selbsthilfe stand für die Studenten im Vordergrund. Über 60 000 Studenten haben sich allein in den Jahren 1921/23 in Bergwerken, in Fabriken und in der Landwirtschaft die Mittel zum Studium verdient.

Was bedeutet Picasso uns?

Der 38jährige Hans Platschek ist als Interpret seiner Generation in den bildenden Künsten dadurch besonders geeignet, daß er selber als Maler international anerkannt worden ist (zum Beispiel durch den Preis Ardea auf der 5.

Zeitmosaik

Die Jury des Julius Campe-Preises, bestehend aus den Herren Felix Jud, Dr. Rudolf Walter Leonhardt, Friedrich Luft, Professor Dr.

Mein Bild

Zuweilen hört man sagen, es gebe doch „im Grunde“ in der Geschichte der Kunst höchstens zwanzig oder dreißig wirkliche Meisterwerke.

Die schönsten Schallplatten

Joh. Seb. Bach: Messe in h-moll; a) Fritz Werner mit Ingeborg Reichelt, Elisabeth Fellner, Renate Günther, Helmut Krebs, Franz Kelch, dem Heinrich-Schütz-Chor in Heilbronn und dem Kammerorchester in Pforzheim (Erato LDE 3073/75, in großer Seidenkassette 84,– DM); b) KarlRichter mit Maria Stader, Hertha Top per, Ernst Haerfliger, Kieth Engen, Dietrich Fischer-Dieskau und den Münchener Bach-Ensembles (Archiv Produktion der Deutschen Grammophon Gesellschaft Mono 14 190/92, Stereo 198 190/92 je 75,– DM).

Kleiner Kunstkalender

1910 gründete Herwarth Walden in Berlin die Zeitschrift „Der Sturm“, 1912 die „Sturm“-Galerie, die bis 1932, bis Walden nach Rußland ging, existierte und mindestens während der ersten sechs oder acht Jahre ein Forum für die deutsche und europäische Avantgarde darstellte.

Mein Abendprogramm

Seit ich nun auch das zweite Fernsehprogramm sehen kann, habe ich doppelt so viel Freunde wie zuvor; einige alte Freunde, die ich aus den Augen verloren hatte, sind – Wildschweinen gleich, die aus dem Dickicht hervorbrechen – wieder aufgetaucht; der Zusammenhang in meinem -Freundeskreis, der sich bedenklich gelockert hatte, ist wieder enger geworden, und wenn man auch – durch das Programm daran gehindert – nicht recht dazu kommt, miteinander zu reden, so kommt man doch wenigstens dazu, miteinander zu schweigen.

Unterwegs zu einer verrückten Insel

Als der weiße Dampfer am Kai anlegte, schoben zwei Schiffsleute den Laufsteg herüber. Ein junger, großer Gepäckträger, der mit seinen Kollegen auf dem Kai Karten spielte, warf sein Blatt aufs Weinfaß und kam über den Laufsteg an Deck.

Schriftsteller antworten...

5. Bis in den Frühsommer 1962 hinein muß ums liebe Brot übersetzt werden. – Ich würde gern noch zwei Bücher schreiben – vorläufige „Arbeitstitel“ „Lilienthal“ und „Unsichtbare Magd“ –; da jedoch die Niederschrift drei, bzw.

Wer sagt’s denn

Kann der Bundeskanzler wirklich noch länger Außenminister bleiben? ... Im übrigen ist die Behauptung, daß eine bestimmte Maßnahme oder Veränderung „gerade jetzt nicht“ oder „in diesem Augenblick noch nicht“ passe, historisch betrachtet, falsch.

Das Tragische, wieder befragt

Eins der ältesten, langlebigsten Rätsel, das Denker beunruhigt, ist das „Vergnügen an tragischen Gegenständen“..............

Hüben und, drüben: Urfehde

Von der „vorgeprägten Millionenware“, die das Fernsehen bietet, von der „Versklavung“, die allabendlich von neuem beginnt, von der Droge des endlosen Programms“ und vom „Sog des Optischen“ ist in einem Artikel von Georg Ramseger („Die Welt“ vom 21, Oktober), die Rede.

Sechsundsechzig Tage in der Sierra Morena

Vor drei Jahren hat Roger Caillois bei den Editions du Seuil in Paris ein ebenso merkwürdiges und sonderbares wie großartiges und aufregendes Buch herausgegeben, das bis dahin fast ausschließlich nur in Polen bekannt war.

Vergiß nicht, zu lächeln

Auf den ersten Blick wirkt es ein wenig snobistisch, heutzutage „seinen“ Kierkegaard aufzuschlagen. Wer sich wohlig gesättigt fühlt, würzt gern die Mußestunden mit einer Prise Weltuntergang oder Eschatologie.

Zu empfehlen

ES GEFÄLLT (ähnlich wie die Bände „Abstrakte Malerei“ und „Moderne Kunst“ desselben Verlages), weil hier ein großes Material, von 24 Kunstkritikern verschiedener Länder zusammengetragen, ebenso für den systematischen wie für den sporadischen Gebrauch zugänglich gemacht wird – und weil es dem Fachmann wie dem Laien in zahlreichen Fällen mühselige Recherchen und Umwege erspart.

+ Weitere Artikel anzeigen