Anzüge aus Crêpe de Chine, Trikotstoff, Samt oder Kunstseide, die man nach Schnittmustern herstellen kann, und zwar in allen Farben! Nicht so teuer, nicht so unpraktisch und nicht so häßlich sollte die Herrenmode sein. Für den Herrn der Gesellschaft, der im kommenden Frühling den Anfang macht und mit einem bequemen und praktischen, vor allen Dingen auch waschbaren Anzug aus gelber oder blauer Seide, mit Spitzenkrägelchen, Jabot und Lackgürtel über den Kurfürstendamm geht, sollte ein Prämie und eine stille hinlängliche Rente ausgesetzt werden. Carola Ihlenburg

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Ich wünsche keineswegs, daß der Mann, mein natürlicher Feind, von seinem täglichen Modemartyrium befreit werde. Möge er noch recht lange jeden Morgen der Sklave von etwa zwanzig Knöpfen sein! Mögen seine „dessous“ in ihm stets das Gefühl der Minderwertigkeit auslösen. Man denke nur an die Unterhosen! Unterhosen, schlechte Wärme- und Kulturleiter. Und was für ein Schauspiel bietet ein Mann in Hemd und Socken, die von über den Waden angebrachten Strumpfbändern gehalten werden! Die überraschte nackte Susanna im Bade bot dagegen geradezu einen moralischen Anblick. Möchten noch viele Generationen mit Hosenträgern, Stehkragen, Röllchen und Melone erblich belastet bleiben! Einen Mann, der sich mit verzerrten Gesichtsmuskeln seinen Kragenknopf zumacht, brauchen wir nicht ernst zu nehmen. Aber vor allem werde ich mich gegen die eventuelle Einführung der Herrenhose mit Reißverschluß wehren, denn ebenso wie die Erfindung des Druckknopfes an den Kleidern der Frau seinerzeit bedeutend zur Hebung des Ehebruchs beigetragen hat, würde der Blitzverschluß der angeborenen Untreue des Mannes nur gefährlichen Vorschub leisten. Es lebe der altmodische, zugeknöpfte Herr! Claire Goll

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Hand aufs Herz: tragen die Männer denn schon die Mode von 1931? Ich schlage vor, die langeTrikot-Unterhose, die Netzjacke, die Wollsocke, den Hosenträger aus Jalousiegurten und ihresgleichen wieder als allerneueste Mode zu erklären. Man wird damit nämlich wenigstens erreichen, daß die Männer fluchtartig davor reißaus nehmen. Nichts jagt ihnen gründlicheren Schrecken ein als das Moderne; bequem ist offenbar immer nur das gerade eben Veraltete. Ich wünschte von ganzem Herzen, Nachthemden mit Börtchenbesatz wären wieder das Neueste, wollen wir weiten, daß bis zum letzten Oberstudiendirektor bald kein Mann mehr ohne Pyjama zu Bett ginge? Herta von Gebhardt

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Ich möchte vorschlagen: