Ein paar Eindrücke von der Frankfurter Buchmesse 1961

Von Rudolf Walter Leonhardt und Dieter E. Zimmer

Und dann und wann ...

Jedes Jahr findet seit nunmehr zehn Jahren in Frankfurt am Main die Frankfurter Buchmesse statt. Nach der Automesse. Und die Automesse mußte dieses Jahr warten bis nach den Bundestagswahlen.

Noch nie war es daher so spät im Jahr. Wodurch überdeutlich wurde, was lange schon klar war: eine Messe im alten Geschäftssinne ist das nicht mehr. Zu kaufen oder verkaufen gibt’s da nicht viel (von den „Titel-Käufen“ der Agenten für Übersetzungsliteratur einmal abgesehen, die nach Aussage des einen Verlegers das nach wie vor Wichtigste an der ganzen Buchmesse sind, während der andere darauf besteht, sie seien eine Mystifikation der Journalisten, die Sensationen witterten, wenn sie das Wort „Agent“ nur hören). Gelauscht haben wir dennoch diesem Dialog zwischen einem deutschen Verleger und seinem zweiten Mann: „Was haben Sie heute schon getan – ich habe XYZ gekauft...“

Alle, die von Berufs wegen die Buchmesse schildern sollen, ächzen: Was schreibe ich bloß dieses Jahr? Vor ihren Augen dreht sich ein wohlvertrautes Karussell: und dann und wann ein weißer Elefant... Sollte man die weißen Elefanten zu beschreiben versuchen?

Klagen gehören zum guten Ton