Der erfolgreiche Sprung in die Selbständigkeit ist auch heute nicht beschränkt auf kleinere Unternehmen, er setzt auch nicht unbedingt große finanzielle Mittel voraus. In Bad Salzdetfurth feierte in diesen Tagen ein Unternehmen sein zehnjähriges Bestehen, das heute 2500 Menschen beschäftigt und sich den größten Anteil am deutschen Antennenmarkt eroberte. Die fünf Gesellschafter dieser 1951 in Hildesheim als Kommanditgesellschaft gegründeten Firma „fuba“ hatten damals ganze 500 DM Anfangskapital. Das schien selbst dem Finanzamt reichlich wenig zu sein; denn bei der Firmenanmeldung meinte der Beamte: „Es lohnt sich ja eigentlich gar nicht, für Ihre Firma eine Akte anzulegen.“ Aber die jungen Unternehmer – die meisten hatten bis dahin in einer großen norddeutschen Rundfunkgerätefabrik als Angestellte gearbeitet – ließen sich nicht entmutigen. Sie sagten sich einfach, daß es für sie doch lohnender sein müsse, die von ihnen entwickelten Konstruktionen selbst kommerziell auszuwerten.

Der erste Jahresumsatz des neugegründeten Unternehmens lag bei 70 000 DM. Auf die Idee, Antennen – später auch am Fließband – zu fertigen, kam jener Gesellschafter, der als eigener Vertreter Aufträge warb. Er erfuhr, daß es sehr schwer war, der Industrie Zubehörteile zu verkaufen. Dafür wurde im Handel immer wieder nach Antennen verlangt. Das junge Unternehmen war fähig und wendig genug, um diese plötzlich entdeckte Chance wahrzunehmen.

Aus dem Jahresumsatz von 70 000 DM wurde zehn Jahre später ein Jahresumsatz von rund 50 Mill. DM. Aus einer alt gekauften Maschine und aus Mieträumen entwickelten sich Anlagen, die heute mit acht Millionen Mark zu Buch stehen. In sechs Zweigwerken werden gegenwärtig nicht bloß Antennen produziert, sondern auch Funkbauteile, angefangen von gedruckten Schaltungen bis hin zum Umsetzer.

Noch ist der Elan der fünf Chefs nicht erlahmt. Seit Jahren macht es ihnen Kummer, daß im Antennengeschäft ähnlich starke Saisonschwankungen wie bei Rundfunk- und Fernsehgeräten eine kontinuierliche Fertigung gefährden. Als Ausweg wurde vor kurzem eine Schwesterfirma für die Entwicklung und den Vertrieb von Spielzeug gegründet. Die Fertigung soll auf den gleichen Maschinen erfolgen, mit denen Antennen produziert werden. Auch bei den gleichen Grundstoffen Aluminium und Kunststoff bleibt es. So hofft man, die Maschinenkapazität in den schwachen Sommermonaten besser auslasten zu können. Wahrscheinlich wird auch dieser Schritt gelingen. Sicher nicht auf Anhieb, doch in der Überwindung von Anfangsschwierigkeiten haben sich die Verantwortlichen dieses Unternehmens oft genug als Meister gezeigt. Natürlich sind zehn Jahre noch keine Garantie für eine Existenz über Generationen, aber auch das, was bislang hier entstanden ist, beweist, daß in unserer Wirtschaft noch immer genügend Chancen stecken für fähige und mutige Leute. K. D.