Ferien mit Atemtechnik – Vom guten und vom bösen Aerosol

Von Helmut Olberg

Ein neues Wort wird man sich merken müssen für den allgemeinen Sprachgebrauch: Aerosol. Neu freilich ist es nicht für die Wissenschaft. Sie weiß längst schon von diesen Partikelchen, die – nur ein Tausendstel Millimeter groß – feinverteilt in der Luft schweben. Auspuffgase, Staub und Rauch aus den Kaminen der Industrie zahlen dazu. Aber der Ausdruck „Luftverpestung“ allein reicht nicht für eine Beschreibung der Aerosole. Die Forscher rechnen auch Schwebstoffe natürlichen Ursprungs hinzu, Nebel etwa und Blütenstaub, die vielen Menschen ebenso lästig fallen wie die Abgase der Zivilisation.

Quellwasser – vernebelt

All diese „bösen“ Aerosole können die Atemwege zeitweise oder gar chronisch krank machen und die Leidenden ins Kurbad zwingen. Immer mehr hat ihre Zahl in den letzten Jahren zugenommen und die Ärzte vor die Frage gestellt: Was tun? Bald war herausgefunden, daß es auch „gute“ Aerosole gibt, die die besten Medikamente für Heilung und Linderung dieser Schäden darstellen. Diese nützlichen Schwebstoffe nehmen denn auch seit einigen Jahren in der Behandlung von Bronchitis, Asthma, Heuschnupfen und anderen Atemwegserkrankungen eine bevorzugte Stellung ein. Man spricht nicht mehr nur unter Fachleuten darüber. Denn immerhin leiden fünf von hundert Menschen an Atemwegserkrankungen.

Heilande Aerosole werden mit Aerosolgeräten erzeugt. Diese Apparaturen vernebeln das Quellwasser oder das Medikament unter hohem Druck. Diese feinen schwebenden Nebel atmet der Patient meist unmittelbar über ein Mundstück ein (Einzelinhalation); in anderen Fällen wird das Aerosol in einen Raum oder eine Kabine geleitet, in der ein oder mehrere Patienten mit besonderer Atemtechnik die heilenden Nebel einatmen (Raum- und Gemeinschaftsinhalation).

In Deutschland gibt es viele moderne Heilbäder mit solchen Inhalatorien. Sie sind auf nahezu alle Landschaften verteilt – das erlaubt die Wahl eines dem Patienten angepaßten Klimas, Milieus und Geländes für Spaziergänge. Im allgemeinen entscheidet der Hausarzt darüber, ob der Krankheits- und Allgemeinzustand des Kurpatienten dieses oder jenes Bad gestattet.