G. Z., Frankfurt

Vor allem Rentnern und Frauen verdanken die Sozialdemokraten ihre Erfolge bei der Bundestagswahl am 17. September. So wenigstens hat es das Hessische Statistische Landesamt bei einer „repräsentativen Auszählung der Wahlberechtigten und Wähler nach Alter und Geschlecht“ ermittelt.

Bei dieser Untersuchung stellte es sich heraus, daß die alte Erfahrung, die SPD, werde überwiegend von jungen Leute gewählt, nicht mehr ganz stimmt. Die Sozialdemokraten in Hessen jedenfalls hatten bei den über 60jährigen männlichen Wählern den größten Zuwachs und konnten ihren Anteil von 34,9 Prozent (1957) auf 40,8 Prozent steigern. Auch die Damen über 60 bevorzugten diesmal die SPD, wobei die Zuneigung der „älteren Generation“ für die Sozialdemokraten durchweg auf Kosten der CDU ging.

Der „alte Erfahrungssatz“, daß „Adenauer von den Frauen gewählt“ wird, ist durch die hessische Repräsentativ-Auszählung ins Wanken geraten. Bisher hatten auch im „roten Hessen“ tatsächlich die Frauen überwiegend für die Kanzlerpartei gestimmt. Bei den Wahlen zum 4. Deutschen Bundestag indessen bevorzugten die Wählerinnen die Liste der Sozialdemokraten.