Daß Zusatzstoffe, Konservierungsmittel und synthetische Farbstoffe in unseren Lebensmitteln enthalten-sind, ist allgemein bekannt, seit das Lebensmittelgesetz erlassen wurde, in dem einige erlaubt, andere verboten wurden. Aber das Problem wird erst jetzt in seinem ganzen Umfang sichtbar. Zwar haben sich die nationalen Forschungsgemeinschaften und die internationalen Komitees seit Jahren auf gewisse Richtlinien und Grundsätze geeinigt. Auch über die Prüfungsmethoden scheint man gleicher Meinung zu sein. Aber trotz aller Übereinstimmung in den Grundlagen unterscheiden sich die Verbote in den einzelnen Ländern so erheblich, daß sie ein Problem für den internationalen Handel werden können.

Die Sorbinsäure zum Beispiel, die in vielen Ländern, auch in Deutschland, zugelassen ist, darf in Dänemark als Konservierungsmittel nicht verwendet werden. Borsäure dagegen ist in der Schweiz und in Frankreich erlaubt, aber wiederum bei uns verboten. Das bekannte Hexamethylentetramin, das von 1962 an auch in Deutschland aus den Lebensmitteln völlig verschwinden muß, gilt in anderen Ländern – in kleinen Dosen – als unbedenklich.

Fast noch größer sind die Unterschiede In der Beurteilung der synthetischen Farbstoffe. Während in Japan nur acht, in Deutschland zwölf Teerfarbstoffe in der Nahrungsmittelindustrie verwandt werden dürfen, läßt England sogar dreißig zu. Der gemeinsame Markt steht vor neuen Fragen. Auch die Antibiotika-Zusätze zu den Nahrungsmitteln werden sehr unterschiedlich beurteilt. In den USA und Kanada werden Fische und Geflügel bereits damit haltbarer gemacht, in anderen Ländern hört man von dieser Methode nichts.

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Zur Zeit gelten die Insektenvernichtungsmittel der Landwirtschaft als unentbehrlich. Das letzte Verzeichnis der deutschen Pflanzenschutzmittel enthält über 100 solcher Stoffe, in Amerika sollen es über 1000 sein. Da sich viele dieser Mittel jahrelang im Boden halfen (DDT etwa 7 bis 8 Jahre!), können auch Pflanzen, die selbst gar nicht behandelt wurden, diese Stoffe enthalten. Nicht alle Pflanzenschutzmittel werden bei der Konservierung und beim Eindosen zerstört, manche bleiben trotz dieser Prozeduren wirksam. Das Rind speichert die Insektizide im eigenen Fett (man kann sie dort noch nach Dreivierteljahren nachweisen), und so gelangen manche auch in die Milch.

Ernährungsexperten in aller Welt bemühen sich nun um Prüfstellen, um die Bestimmung der Toleranzgrenzen und um Gesetze für die Verwendung der Insektizide. Indessen sind in anderen Forschungszentren Arbeiten im Gange, die eines Tages auch für die Schädlingsbekämpfung wichtig werden könnten: