Zur deutschen Nachkriegs-Literatur

Die deutsche Nachkriegsliteratur findet, wenn sie sich an der Sitzordnung alter britischer Parlamente orientieren wollte, offenbar auf der Linken statt. Jeder Widerspruch jedes deutschen Schriftstellers wird an dieser Stelle abgedruckt.“

Dr. Rudolf Krämer-Badoni widersprach den drei Zeilen auf fünf Seiten; falls es gelingen sollte, die Proportionen ins rechte Maß zu rücken, werden wir seinen Protest demnächst drucken. Heute zunächst, nach dem deutschen Schriftsteller Dr. Walter Gerteis, dessen Widerspruch wir in der letzten Nummer veröffentlicht haben, der deutsche Schriftsteller Hans Habe ‚ dem wir dafür danken, daß er in der gebotenen Konzentration und streng zur Sache schreibt:

Der Vorwurf der Einseitigkeit, der gegen Ihr Feuilleton erhoben wird, besteht auch dann zu Recht, wenn Sie ihn, ein – probates Mittel, selbst wiederholen. Das Feuilleton der ZEIT ist in der Tat das Gewerkschaftsorgan der Avantgardisten.

Sie haben „nichts unversucht gelassen“, Vertreter der „Rechten“ zu finden? Wie geschickt auch dies! Als ob jemand von Ihnen verlangte, die „Rechte“ zu fördern. Sie vermeiden das Wort „konservativ“ und stellen somit der linken Avantgarde nicht etwa die konservative Mitte, sondern die anrüchige Rechte gegenüber. Husch, schon haben Sie die Sympathien. Gestatten Sie mir also, Ihre Methode näher zu besehen – der Harmlosigkeit halber mit einem Beispiel aus der Malerei.

Sie könnten, sagen, wir, einem abstrakten Maler den gleichwertigen gegenständlichen Maler X. gegenüberstellen. Dazu aber sind Sie viel zu geschickt. Vielmehr sagen Sie: X. ist zwar gegenständlich, aber er ist „schlecht“; man kann ihn mit den „guten“ Abstrakten nicht vergleichen. Ja, fahren. Sie fort, wenn es „gute“ Gegenständliche gäbe, wir würden ihnen schon den gebührenden Platz einräumen!