Peter von Zahns „Reporter der Windrose“, wie ihr Chef und Meister immer routiniert und meistens amüsant, beginnen einem allmählich auf die Nerven zu gehen. Plappern sie unterhaltsam über Nichtigkeiten des Alltags, etwa – wie neulich – über Abendanzüge für Hunde in Amerika, so ist das recht lustig und füllt die Sendezeit auf redliche Weise aus. Machen sie sich an die Weltgeschichte heran, wird die Sache ärgerlich, weil der Zahnsche Geschwindschritt nun doch nicht zu jedem Thema paßt.

Diesmal wollten die Reporter der Windrose auf Zahns Geheiß „Die Rolle des Offiziers untersuchen, womit sie das reform- oder auch revolutionsfreudige Offizierskorps in aller Welt von der Türkei bis nach Südamerika meinen.

Vorerst war allerdings der Herr Onkel des Peter von Zahn in Augenschein zu nehmen, der im vergangenen Jahrhundert Offizier in einem Garderegiment gewesen und dann später den bunten Rock mit dem Ornat vertauscht hat und Universitäts-Rektor geworden ist. Die Nachricht freute einen, auch daß sie mehrmals im Verlauf der Sendung wiederholt wurde; am Ende, als dann noch einmal das Porträt des Herrn Onkels erschien, nahm man gerührt Abschied.

Zwischendurch waren übrigens Berichte aus allerlei Ländern eingeblendet, zumal aus dem Sudan und Jordanien. Die Mitteilungen waren flach, einseitig und an der Grenze der Unrichtigkeit.

Der Einwand, daß man kein zu weit ausgreifendes Thema in ein Abendprogramm drängen sollte, gilt auch für Hans Herbert Westermann (Filmbericht „Herr und Frau Europa“), der den europäischen Alltag in fünf Metropolen photographierte. Für jede Stadt ein paar Minuten, ein paar Filmmeter, ein paar Kommentarfetzen – da können nur Platitüden herauskommen.

In diesem Falle kommt noch etwas anderes hinzu. Wer auf dieser Welt hat eigentlich je geglaubt, daß die Menschen einander in Rom und Stockholm gleichen, wer meint denn, daß es einen „europäischen Einheitstyp“ gebe? Natürlich niemand; nicht umsonst hat man uns ja gerade beigebracht, daß wir trotz aller Unterschiede „doch alle Brüder“ sind.

lupus