„Südafrika“ nicht mehr geschäftsfördernd

Die Standard Bank of South Africa Limited, in Hamburg mit einer Zweigniederlassung vertreten, wird ihren Namen in „The Standard Bank Limited“ ändern. Die Geschäftstätigkeit in der Republik von Südafrika wird auf eine Tochtergesellschaft übertragen, die den alten Namen der Bank weiter führen wird. Die Bank ist natürlich um Begründungen für ihren Namenswechsel nicht verlegen. Sie meint – zusammengefaßt –, daß eine Bank, die einen beträchtlichen Teil des Geschäftsumfanges außerhalb Südafrikas tätigt, nicht unbedingt das Wort Südafrika im Firmennamen tragen müsse. Darüber läßt sich wohl streiten, denn schließlich hat beispielsweise die Dresdner Bank ihren Namen auch nicht geändert, obwohl sie mit der schönen Elbestadt – im geschäftlichen Sinne – kaum noch etwas verbindet.

Sollte bei der Standard Bank of South Africa nicht ein anderes Motiv die Hauptrolle spielen? Südafrika ist aus dem Commonwealth ausgeschieden. In zahlreichen Staaten Afrikas, in denen die Bank heute tätig ist, wird die Republik Südafrika heftig bekämpft, ja sogar boykottiert. Unwissende könnten unter Umständen ihre Abneigung gegen die Republik Südafrika auch auf die Bank übertragen, in deren Namen das Wort Südafrika enthalten ist. Um allen Peinlichkeiten aus dem Wege zu gehen, dürfte man die Namensänderung beschlossen haben. Nur für das Gebiet der Republik Südafrika nicht, denn dort könnte dieser Schritt als eine Art Fahnenflucht aufgefaßt werden. K. W.