Honerè Daumier (1808–1879):

"Elegie des Alters"

Schon in meiner frühen Jugend fasziniertenmich die Arbeiten des großen Meisters, des Südfranzosen Honoré Daumier. Die köstliche Ironie und das rührend Menschliche vor allem begeisterten mich. Meine Phantasie ging und geht soweit, daß ich Daumiers Geschöpfe geradezu sprechen höre.

Seine "Elegie des Alters" wurde zu meinem Liebling: Da steht ein liebenswerter Tatter, rührend in seiner Haltung, den zahnlosen Unterkiefer nach hinten gezogen, am Fenster und schaut dem jungen Mädchen nach. Nicht nur das Bewußtsein der vergangenen Jugend ist in seinem Blick zu lesen, nicht nur der Hauch der Vergänglichkeit zu spüren. Man glaubt einen leisen Seufzer, ein "Ach" zu hören. Vielleicht nicht bedauernd, eher feststellend. Honoré zeichnete in dieses wie in seine vielen anderen Gesichter die geheimsten Regungen. Nicht nur in ihre Gesichter, auch in ihre Körper, bis in die Fingerspitzen.

Warum mich seine Figuren so sehr beglücken? Sie regen mich an, sie helfen mir bei dem Versuch, mich in manche meiner Rollen hineinzutasten. Meine besondere Liebe gehört nun einmal den schrulligen Käuzen.

JOSEPH OFFENBACH (bürgerlicher Name: Joseph Ziegler), geboren 1904 in Offenbach am Main, Erlernte das Sattlerhandwerk und spielte nebenbei in einem Laienverein. Zum Theater, ohne Unterricht, 1927. über die Stadttheater Zwickau und Heidelberg zum Nationaltheater Mannheim. Spielte zehn Jahre lang unterschiedlichste Rollen, auch sehr viel Operette. Dann fünf Jahre Bayerisches Staatsschauspiel München unter Golling. Nach dem Zweiten Weltkrieg Deutsches Schauspielhaus Hamburg. Nach zehn Jahren zwei Spielzeiten Kammerspiele München bei Schweikart, dann Rückkehr ans Hamburger Deutsche Schauspielhaus unter Gustaf Gründgens. Seit 1941 filmte er nebenbei. Fernsehen, viel Hörfunk und Film-Synchronisation. Etwa zwei Jahrzehnte widmete er sich auch der Ausbildung junger Begabungen.