In der ZEIT Nr. 44 vom 27. Oktober berichteten wir, daß die kaum bekannte Genfer Fiweka AG mittels großzügig aufgemachter Prospekte Interessenten für Aktien der Telycolour Ltd., St. Helier (Jersey), sucht, die einige Monate vorher von der Penombra AG, Genf, angeboten worden waren. Telycolour ist angeblich im Besitze eines Patentes, das der Herstellung von Fernsehröhren dient die zur Aufnahme des Farbfernsehens geeignet sind. In unserem letzten Bericht (Nr. 44) haben wir die Frage wiederholt, auf welche Weise sich die Käufer von Telycolour-Aktien von ihren Papieren wieder trennen können, denn die Papiere werden an keiner Börse gehandelt. Eine feste Zusicherung, die Aktien an der Londoner Börse zur Einführung zu bringen, liegt nirgends vor, sondern höchst unverbindliche Erklärungen. In diesem Zusammenhang dürfen wir daran erinnern, daß die Käufer von kanadischen "Minex-Aktien", ebenfalls von Genfer Firmen angeboten, seit Monaten mit ihren Papieren eine Zwangsehe führen, denn an keiner kanadischen Börse sind sie zur Zeit verkäuflich.

Die Telycolour-Aktionäre haben dagegen ein tolles Glück! Kaum haben sie das Angebot der Fiweka AG in Händen, Telycolour-Aktien zu günstigen Preisen zu erwerben, da flattert ihnen auch schon von der Firm Investments (London) Limited, London W. C. 1, 9 Warwick Court, ein Schreiben mit folgendem Inhalt ins Haus: "Wir sind daran interessiert, Stammaktien der Telycolour Ltd., in größeren Paketen zu kaufen. Falls Sie sich mit der Absicht tragen, erwähntes Papier abzustoßen, erwarten wir gern Ihr diesbezügliches Angebot. Unsere Nachfrage bleibt bis zur Deckung unserer Interessen aufrechterhalten. Für eine schnelle Stellungnahme in dieser Angelegenheit wären wir Ihnen dankbar."

Da wir, die ZEIT-Redaktion, nicht im Besitze von Telycolour-Aktien sind, konnten wir das Angebot bislang nicht auf seine Echtheit prüfen. Wir fanden es jedoch eigenartig, daß genau der gleiche Kreis, der aus Genf das Kaufangebot erhielt, jetzt von London aus angesprochen wird, die Telycolour-Aktien wieder anzubieten. Eine Prüfung des Adressenmaterials läßt den Verdacht aufkommen, daß Genf und London über die gleiche Anschriftenliste verfügen. Warum, so fragen wir uns, wendet sich Firm Investment nun nicht gleich an die Genfer Fiweka AG, wenn sie dringend Telycolour-Aktien sucht?

Vielleicht ist Firm Investments London in dieser Beziehung noch zu unerfahren. Denn schließlich handelt es sich um eine Firma, die erst im August 1961 gegründet worden ist (Kapital 100 Pfund). Firm Investments London scheint auf den Rat großer englischer Banken bisher verzichtet zu haben, denn in Kreisen der führenden Londoner Banken ist dieses junge Unternehmen völlig unbekannt. – Das ist die Fortsetzung unserer Spukgeschichte "Telycolour" – die nächste erscheint nach Bedarf... – nett