Drahtzieher hatten Pech

Die 350 Millionen Kupferdrähtchen, die am 21. Oktober mit einer Rakete auf eine Kreisbahn geschossen wurden und die sich in einem breiten Gürtel um die ganze Erde ziehen sollten, sind zwar von der Rakete ausgestoßen worden, aber sie haben sich nicht verteilt. Als kompakter Drahtwolken-Satellit kreisen die Nadeln in über dreitausend Kilometer Höhe um die Erde. Damit ist der erste Versuch im Rahmen des Projekts West Ford fehlgeschlagen. Mit ihm sollte erprobt werden, ob Funksignale über weite Strecken der Erdoberfläche übertragen werden können, wenn man sie an dem Nadelgürtel spiegelt.

Dennoch hat dieses Experiment eine interessante Tatsache bewiesen: Selbst Fernseh- und Radioempfänger scheinen gegenüber Zeitungsnachrichten nicht unempfindlich zu sein. Kaum hatte man erfahren, daß die Nadeln in der Luft waren, da trafen aus aller Welt Meldungen über seltsame Störungen im Funkverkehr ein. In den skandinavischen Ländern flimmerten mehrere Sendungen gleichzeitig auf dem Bildschirm, in der Bundesrepublik fiel die Sendestation Aurich wegen Überreichweiten aus, und in Kopenhagen sah man rumänisches Fernsehen.