Funk

8. November, das Hörspiel:

Jan Rys hat sich folgendes ausgedacht: Von zwei Männern der Ungarischen Revolution konspiriert der eine später mit den Kommunisten, wird Funktionär und behauptet, der andere sei tot. Dieser lebt aber noch. Daraufhin wird der Funktionär liquidiert, und der auftauchende Freund beschließt ebenfalls, mit den Bolschewisten zusammenzuarbeiten. Dazwischen gibt’s noch Einfälle: Als der Funktionär der Geliebten des Freundes gegenüber behauptet, er selber habe jenen erschossen, gibt sie seinem Drängen nach (aus Verzweiflung, versteht sich).

Zwischen Geheimpolizist und dem Nicht-Toten wird hartnäckig ein Revolver und die Möglichkeit, daß einer den anderen niederknallt, ausgetauscht. Außerdem: NKWD, Gestapo und FBI seien dasselbe. Schließlich fragt das Mädchen den zurückgekehrten Geliebten: "...und die Freiheit?" Er lacht verächtlich. Ende.

Das alles gibt ein Hörspiel mit viel dekorativer Verzweiflung und vertrackter Psychologie. Die absurden Konstruktionen unmenschlichen Verhaltens tun regelrecht weh, aber Rys braucht sie, um seine düstere Dichtung effektvoll zu durchwölken. H. K.